Philosophy and the Web

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, Euch unsere neue Kategorie „Philosophy and the Web“ vorstellen zu dürfen. An dieser Stelle werdet Ihr künftig regelmäßig Beiträge zum Themenkomplex „Internet und Philosophie“ finden. In dieser Kategorie wollen wir Websites vorstellen, die sich mit philosophischen Themen beschäftigen. Auch möchten wir aktuelle philosophische Diskussionen im und über das Internet vorstellen und kommentieren. Unser Ziel ist es, zu erforschen, welche Bedeutung dem Internet für die Philosophie im Allgemeinen und als Raum des Philosophierens im Besonderen zukommt. Wir freuen uns über Eure Kommentare, Kritik und Anregungen. Auch Hinweise auf Seiten, die Eurer Meinung nach hier vorgestellt werden sollten, nehmen wir gerne entgegen. Wir wünsche Euch viel Freude mit „Philosophy and the Web“

Dominik Hammer für das Philosophie InDebate-Team

Philosophy and the Web: The Indiana Philosophy Ontology (InPhO) project

Für die theoretische Philosophie ist die Ontologie eine der grundlegenden Disziplinen. Als Seinslehre beschäftigt sich Ontologie als Fachbereich der Philosophie mit Fragen, welche die Existenz selbst betreffen. In der Informatik wird der Begriff der Ontologie in Anlehnung an den philosophischen Begriff dazu verwendet, Darstellungs- und Ordnungsmethoden zu bezeichnen. Durch solche „Ontologien“ sollen in der Informatik Verknüpfungen von Wissensbeständen graphisch sichtbar und editierbar gemacht werden. Doch auch für geisteswissenschaftliches Arbeiten lassen sich diese mit der Mind-Map eng verwandten Graphiken gut nutzen. Welche Möglichkeiten eine solche Darstellung für die Philosophie bietet, demonstriert unter anderem das Indiana Philosophy Ontology (InPhO) -Projekt. Eine Forscher*innengruppe, die im Bereich der “Digital Humanities“ arbeitet, hat in diesem Projekt eine hilfreiche Übersicht der besonderen Art erstellt. Diese präsentiert eine graphische Einordnung philosophischer Ideen und Strömungen und verlinkt zu den jeweiligen Wikipedia-Artikeln (und in vielen Fällen auch zu den Einträgen aus der Stanford Enyclopedia of Philosophy). Die Ontologie kann durch mehrere Clicks so weit aufgefächert werden, dass die gesuchten philosophischen Konzepte oder die jeweiligen Philosoph*innen erscheinen. Die Website kann allerdings auch gezielt mithilfe einer Suchleiste nach Personen oder Begriffen durchsucht werden. Auf den Seiten der einzelnen Denker*innen finden sich neben Links und kurzen biographischen Angaben auch Philosoph*innen aus dem gleichen Disziplin, verwandte Denker*innen, und solche, die philosophische Positionen der gesuchten Philosoph*innen beeinflusst haben (oder von diesen beeinflusst wurden). Gleiches gilt für die gesuchten philosophischen Begriffe. Dort werden Untergliederung der jeweiligen philosophischen Fachdisziplinen, Schlagworte und die den Themenfeldern zuzuordnenden Philosoph*innen angezeigt. Damit stellt das Indiana Philosophy Ontology -Projekt einen gute Adresse für alle dar, die sich einen Überblick über Ideen oder Philosoph*innen und deren Kontext verschaffen wollen. Auch zur philosophischen Spurensuche lädt die Seite mit ihrer ansprechenden Fächeroptik ein.

Link: https://inpho.cogs.indiana.edu/taxonomy

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2 Gedanken zu „Philosophy and the Web

  1. Ich bin schon sehr gespannt, aus welchen verschiedenen Perspektiven man sich mit philosophischem Hintergrund dem Phänomen „Internet“ nähern kann. Natürlich dürften besonders moralphilosophische Themen im Zentrum der Überlegungen stehen, aber ich hoffe, dass auch die Theoretische Philosophie zu ihrem Recht gelangt. In diesem Sinne bin ich durchaus froh, dass auch mit einem Eintrag aus diesem Bereich begonnen wurde.

    Bei aller Skepsis, dem man dem Begriff gegenüber haben kann, sollte aber auch darüber nachgedacht werden, was der besondere Wert bzw. Nutzen der philosophischen Sichtweise auf die Problematik „Internet“ sein kann. Schließlich beschäftigen sich auch andere Disziplinen (wie z.B. die (Kultur-)Anthropologie) mit diesem Areal.

    Zur Taxonomy möchte ich nur anmerken, dass ich ein wenig überrascht bin, dass „continental philosophy“ in der obersten Hierarchieebene auf der linken Seite steht. Schließlich sind dort sonst nur philosophische Disziplinen aufgezählt. Natürlich könnte man dafür eintreten, dass diese philosophische Ausrichtung sehr bedeutsam ist, aber warum findet sich dann nicht auch die analytische Philosophie mit einem Extra-Eintrag dort?

    • Hallo Clemens,

      vielen Dank für Deinen Beitrag und Deine Hinweise. Ich hoffe und bin guter Dinge, dass uns die philosophische Reflexion auch über Sinn und Eigenwert einer philosophischen Betrachtung des World Wide Web gelingt.
      Warum sich das InPho-Projekt für die von Dir beschriebene Struktur entschieden hat, weiß ich leider nicht. Vielleicht findet sich in den auf der Seite zu findenden Texten zum Projekt oder in dessen Blog die Antwort.

      Liebe Grüße
      Dominik

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