InDebate: Die Unparteiischen in der Parteiendemokratie. Das Verfassungsgericht als Hüter der Legitimität?

Hüter der Legitimität? Das Bundesverfassungsgericht bei einer Urteilsverkündung. Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F065074-0023 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA, via commons.wikimedia.org

Hüter der Legitimität? Das Bundesverfassungsgericht bei einer Urteilsverkündung. Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F065074-0023 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA, via commons.wikimedia.org

Dominik Hammer

Ein richtiger Dauerbrenner in Diskussionen um politische Kultur, Kirche und Staat, Demokratie und ihr Wesen sowie vordemokratische Grundlagen ist das sogenannte Böckenförde-Paradoxon, manchmal auch Böckenförde-Diktum genannt. Dieses besagt: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ (Böckenförde 2006, S. 112) Selten wird auch der zweite, zu diesem Diktum gehörende Satz hinzugefügt, nämlich: „Das ist das Wagnis, das er um der Freiheit Willen eingegangen ist“ (ebenda). Eine Ausnahme bildet ein kürzlich in der FAZ erschienener Artikel. Meist jedoch konzentriert man sich auf den ersten Teil des Paradoxons und die damit im Hinblick auf das Wesen der Demokratie getätigten Grundannahmen. Weiterlesen

InDebate: Weltanschauliche Konflikte

 

Oliver Wendell Holmes Jr. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AOliver_Wendell_Holmes_Jr_c1924.jpg

Oliver Wendell Holmes Jr. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AOliver_Wendell_Holmes_Jr_c1924.jpg

Da unsere Blogger*innen Urlaub machen, starten wird in der Rubrik „InDebate“ mit neuen Beiträgen erst wieder Ende August. In der Zwischenzeit würden wir uns freuen, wenn Ihr an dieser Stelle in die Diskussion zu den jeweiligen Themen einsteigt. Als Ausgangspunkt der Diskussion stellen wir ein kontroverses Zitat zur Debatte.

Das Thema der nächsten beiden Wochen sind weltanschauliche Konflikte. Weiterlesen

InDebate: Nacktbilder, Zigaretten und das Bedürfnis nach Authentizität

Authentizität als Werbemotiv. Zigarettenwerbung in Hannover-Linden

Authentizität als Werbemotiv. Zigarettenwerbung in Hannover-Linden

Dominik Hammer

Vor kurzem kursierte in den Zeitungen die Meldung, dass mehrere Nacktfotos von Prominenten aus deren „Clouds“ gestohlen und im Internet veröffentlicht wurden. Den besonderen Reiz schien bei diesen Bildern nicht nur auszumachen, dass es sich um Celebreties handelte, Weiterlesen

InDebate: Rassismus

Cornel West im Gespräch  (c) FIPH 2014

Cornel West im Gespräch (c) FIPH 2014

Da unsere Blogger*innen Urlaub machen, starten wird in der Rubrik „InDebate“ mit neuen Beiträgen erst wieder Anfang September. In der Zwischenzeit würden wir uns freuen, wenn Ihr an dieser Stelle Eure Lieblings-Zitate zu den jeweiligen Themen postet. Einfach in den Kommentar schreiben und abschicken.

Das Thema diese Woche ist “Rassismus”. Unser Zitat hierzu stammt von Cornel West:

„Rasse ist das explosivste Thema im amerikanischen Leben, gerade weil es uns zwingt, den tragischen Tatsachen der Armut und Paranoia, der Verzweiflung und des Misstrauens ins Auge zu sehen. Kurz gesagt, eine ehrliche Untersuchung von ‚Rasse‘-Themen bringt uns zum eigentlichen Herzstück der Krise der amerikanischen Demokratie. Und das Ausmaß, in welchem ‚Rasse‘ (‚race‘) tatsächlich Einfluss hat auf das Leiden und die prekäre Lage der Mitbürger, ist ein entscheidender Maßstab dafür, ob wir das Beste dieses Experiments, welches wir Amerika nennen, am Leben halten können“.

Quelle: J. Manemann/ Y. Arisaka/ V. Drell /A.M. Hauk, Prophetischer Pragmatismus. Eine Einführung in das Denken von Cornel West, 2. durchgesehene und korrigierte Auflage, München 2013, S.67-68

InDebate: Geschichte

Walter Benjamin Quelle: Wikimedia Commons, Autor: Jordi coll costa

Walter Benjamin Quelle: Wikimedia Commons, Autor: Jordi coll costa

Da unsere Blogger*innen Urlaub machen, starten wird in der Rubrik „Indebate“ mit neuen Beiträgen erst wieder Anfang September. In der Zwischenzeit würden wir uns freuen, wenn Ihr an dieser Stelle Eure Lieblings-Zitate zu den jeweiligen Themen postet. Einfach in den Kommentar schreiben und abschicken.

Das Thema diese Woche ist “Geschichte”. Unser Zitat hierzu stammt von Walter Benjamin:

„Das Staunen darüber, daß die Dinge, die wir erleben, im zwanzigsten Jahrhundert noch möglich sind, ist kein philosophisches. Es steht nicht am Anfang einer Erkenntnis, es sei denn der, daß die Vorstellung von Geschichte, aus der es stammt, nicht zu halten ist.“

Quelle: Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, VIII. These. In: Walter Benjamin: Erzählen.Schriften zur Theorie der Narration und zur literarischen Prosa. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2007, S.133

 

InDebate: Moral

John Stuart Mill Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:John-stuart-mill_1.jpg

John Stuart Mill Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:John-stuart-mill_1.jpg

Da unsere Blogger*innen Urlaub machen, starten wird in der Rubrik „Indebate“ mit neuen Beiträgen erst wieder Anfang September. In der Zwischenzeit würden wir uns freuen, wenn Ihr an dieser Stelle Eure Lieblings-Zitate zu den jeweiligen Themen postet. Einfach in den Kommentar schreiben und abschicken.

Das Thema diese Woche ist „Moral“. Unser Zitat hierzu stammt von John Stuart Mill:

„Es ist besser, ein unzufriedener Mensch als ein zufriedengestelltes Schwein zu sein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr.“

 

Quelle: John Stuart Mill: Der Utilitarismus, Stuttgart Reclam 1991, S. 13f.

 

 

Pro und Contra: Ist das Volk als Subjekt der Herrschaft eine politische Einheit?

Pro: Carl Schmitt

 Carl Schmitt_Blog

„Das Volk als Träger der verfassunggebenden Gewalt ist keine feste, organisierte Instanz. Es würde seine Natur als Volk verlieren, wenn es sich für ein tägliches und normales Funktionieren und für die regelmäßige Erledigung von Amtsgeschäften einrichtete. Volk ist seinem Wesen nach nicht Magistratur und auch in einer Demokratie niemals zuständige Behörde. Andererseits muß das Volk in der Demokratie politischer Entscheidungen und Handlungen fähig sein. Weiterlesen

InDebate: Genealogien als Methoden der Sozialwissenschaften?

Beispiel für eine historische Genealogie Bild: Ahnenreihe Jesu im Limburger Dom. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ahnenreihe_Jesu_im_Limburger_Dom.jpg Autor: SteveK https://commons.wikimedia.org/wiki/User:SteveK

Beispiel für eine historische Genealogie Bild: Ahnenreihe Jesu im Limburger Dom. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ahnenreihe_Jesu_im_Limburger_Dom.jpg
Autor: SteveK https://commons.wikimedia.org/wiki/User:SteveK

Dominik Hammer

Nicht nur in den Geschichtswissenschaften oder in der Biologie, auch in den Sozialwissenschaften begegnet die aufmerksame Leserin/der aufmerksame Leser immer wieder der Textform der Genealogie. Es seien einige willkürliche Beispiele genannt. Cornel Wests Buch „The American Evasion of Philosophy“ ist, wie der Untertitel verrät, eine „Genealogy of Pragmatism“. Die Politikwissenschaftlerin Nadia Urbinate lieferte in ihrem Buch „Representative Democracy. Principles and Genealogy“ unter anderem eine Genealogie der repräsentativen Demokratie. Weiterlesen

InDebate: Liebe als Gerechtigkeit

Graffiti im Soziokulturellen Zentrum Trotz Allem in Witten: Die Liebe stirbt nie 2013. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATrotz_Allem_Graffiti_Liebe.jpg

Graffiti im Soziokulturellen Zentrum Trotz Allem in Witten: Die Liebe stirbt nie 2013. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATrotz_Allem_Graffiti_Liebe.jpg

Dominik Hammer/Jürgen Manemann

Sozialethiker sehen ihre Aufgabe bekanntlich darin, sich mit der Gestaltung gesellschaftlicher Institutionen und Rahmenbedingungen im Hinblick auf ein Mehr an Gerechtigkeit zu befassen. Dabei verstehen sie das Soziale aber oft als ein objektives Gebilde, dessen Formen von den einzelnen Menschen letztlich unabhängig sind. Genau hier lauern Gefahren: Weiterlesen

Philosophy and the Web: Googles Marktmacht: Ein neues Kapitel zur Lehre von der Souveränität?

Anfang April startete in der FAZ eine Debatte über die Monopolstellung von Google und deren negative Auswirkungen für den Wettbewerb. Nachdem der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt in einem Beitrag auf den ersten Artikel antwortete, bekam er wiederum eine Antwort in Form eines offenen Briefes, geschrieben vom Chef des Axel Springer Verlages, Mathias Döpfner. In seinem Brief gesteht Döpfner Angst vor der Macht von Google ein, führt wettbewerbsschädigende Praxen und die Monopolstellung des Internetkonzerns auf sowie die Datenschutzproblematik, die sich durch Googles Zugriff auf die Daten seiner Nutzer*innen ergebe. Weiterlesen