Pro und Contra: Haben Pflanzen Rechte?

Pro: Beat Sitter-Liver


Um Rechte von Pflanzen lässt sich nicht sinnvoll streiten, wird nicht zuvor geklärt, was unter ‚Recht‘ verstanden wird. Als nicht vernunftbegabte Lebewesen können Pflanzen subjektive Rechte nur als Ansprüche haben: als Befugnisse, die aus dem objektiven Recht resultieren. Diese Rechte müssen nicht vom Träger selber, sondern können von einem Vertreter beansprucht werden. Sie werden von Menschen als vernünftigen und sittlichen Wesen gesetzt, im Falle von Pflanzen gestützt auf Einsichten, die sich aus Vertiefung in das den Pflanzen eigene Wesen und aus der hieraus fließenden Zuwendung ergeben – einer jener Prozesse, in welchem Menschen Humanität und damit ihre Würde bekräftigen können. Weiterlesen

Philosophie am Kröpcke: Ist der Klimawandel ungerecht? (Teil 2)

Hannover, Kröpcke-Uhr

Philosophie – eine Wissenschaft im Elfenbeinturm? Weit gefehlt! Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was der Mann (und die Frau) von der Straße von den philosophischen Inhalten, die im Institut erforscht werden, hält und weiß. Pünktlich zu jeder Ausgabe des fiph Journals führen wir dementsprechend eine streng wissenschaftlich kontrollierte Studie durch: Wir schreiten zum Kröpcke, der Agora Hannovers, mit Digitalkamera und Aufnahmegerät bewaffnet, und stellen allen Passanten, die uns über den Weg laufen, dieselbe Frage. Auf den Spuren des Sokrates, aber bar jeder Ironie. Dieses Mal wollten wir wissen: „Ist der Klimawandel ungerecht?“– eine Frage, die zu Gegenfragen einlud. Auszüge aus den profunden Antworten lesen Sie hier … Weiterlesen

InDebate: Wider die Realpolitik!

Bushaltestelle „Hoffnung“
Dirk Ingo Franke (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.0-de (http://creativecommons.org/
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Hoffnung_haltestelle.JPG

Jürgen Manemann

Immer mehr Menschen, vor allem jungen Menschen, kommt Möglichkeitssinn abhanden. Sie leiden an einem Realitätssinn, der Erwartungen verkleinert und Visionen abschafft. Kommt der Sinn für Möglichkeit abhanden, dann besteht die Gefahr, dass sich Resignation, Ressentiment und Zynismus ausbreiten. Diese Tendenz wird durch ein politisches Handeln verstärkt, das sich als Realpolitik begreift. Realpolitiker torpedieren jede Vorstellung einer anderen Gesellschaft und einer anderen Welt mit dem Hinweis darauf, dass Politik nichts anderes sei als Realpolitik. Dabei verstehen sie unter Realpolitik eine Kunst des Möglichen, die Möglichkeiten im Rahmen bestimmter Sachzwänge und Wirklichkeiten zu nutzen versucht. Ein solches politisches Handeln erschöpft sich jedoch letztlich in der Aufrechterhaltung des Status quo und lässt viele Möglichkeiten ungenutzt. Weiterlesen

Pro und Contra: Soll die NPD verboten werden?

Pro: Bernd Sommer

Es ist und bleibt ein Widerspruch: Zum Schutze von Demokratie und Freiheit erlaubt das Grundgesetz das Verbot von Parteien. Aber die Väter des Grundgesetzes hatten vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Weimarer Republik gute Gründe dafür, dieses Paradoxon in der Verfassung zu verankern. Eine „aktiv kämpferische, aggressive Haltung“ gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung gilt als Kriterium für die Verfassungswidrigkeit einer Partei.  Weiterlesen

InDebate: Eros oder Logos?

Ferdinand Fellmann

Ferdinand Fellmann

Die philosophische Anthropologie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark den Gefühlen und Emotionen im menschlichen Leben zugewandt. Die klassische Definition des Menschen als animal rationale ist im Sinne der emotionalen Intelligenz erweitert worden. Als Protagonisten dieser Bewegung seien der Neurowissenschaftler Antonio Damasio und der Philosoph Harry Frankfurt genannt. Unter den Gefühlen steht an erster Stelle die erotische Liebe, die in unserer Gesellschaft von der Fortpflanzung weitgehend abgekoppelt praktiziert wird. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Grenzen der Freiheit

Annemarie Pieper

Annemarie Pieper

Werfen wir zunächst einen Blick auf unser Alltagsverständnis. Wenn wir für uns Freiheit beanspruchen, so verlangen wir damit, dass jeder tun und lassen kann, was ihm beliebt, sofern und solange er dadurch die Freiheit anderer nicht oder jedenfalls in keiner unzumutbaren Weise beeinträchtigt. Die Freiheit des laisser faire ist daher jene Vorstellung von Freiheit, die wir auf Anhieb mit dem Wort Freiheit assoziieren. Entsprechend halten wir eine totale Unabhängigkeit in materieller Hinsicht für das Allerwünschenswerteste, weil wir glauben, dann völlige Wahlfreiheit zu haben und uns jeden Wunsch erfüllen zu können. Weiterlesen

Philosophie am Kröpcke: Ist der Klimawandel ungerecht? (Teil 1)

Hannover, Kröpcke-Uhr

Philosophie – eine Wissenschaft im Elfenbeinturm? Weit gefehlt! Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was der Mann (und die Frau) von der Straße von den philosophischen Inhalten, die im Institut erforscht werden, hält und weiß. Pünktlich zu jeder Ausgabe des fiph Journals führen wir dementsprechend eine streng wissenschaftlich kontrollierte Studie durch: Wir schreiten zum Kröpcke, der Agora Hannovers, mit Digitalkamera und Aufnahmegerät bewaffnet, und stellen allen Passanten, die uns über den Weg laufen, dieselbe Frage. Auf den Spuren des Sokrates, aber bar jeder Ironie. Dieses Mal wollten wir wissen: „Ist der Klimawandel ungerecht?“– eine Frage, die zu Gegenfragen einlud. Auszüge aus den profunden Antworten lesen Sie hier … Weiterlesen