Pro und contra: Trägt im Theismus-Atheismus-Streit der Theist die Beweislast?

Westermann Portrait

Pro: Hartmut Westermann

Unter dem Theismus-Atheismus-Streit verstehe ich im Folgenden die Auseinandersetzung zwischen zwei gegensätzlichen ontologischen Positionen. Behauptet der Theist, dass Gott existiert, so der Atheist, dass Gott nicht existiert. Terminologisch gefasst, stehen die theistische und die atheistische These in keinem konträren, sondern in einem kontradiktorischen Gegensatzverhältnis: Es ist nicht nur unmöglich, dass beide zugleich wahr sind; es ist auch unmöglich, dass beide zugleich falsch sind. Entsprechend lässt der Theismus-Atheismus-Streit eine dritte Position, die mit den Thesen des Theisten und des Atheisten konkurrieren würde, gar nicht zu. Zwar wird der Agnostizismus gerne als Alternative angeführt, doch ist die vom Agnostiker vertretene These von der Nichterkennbarkeit Gottes eine epistemische, die sich zu den ontologischen Thesen des Theisten und des Atheisten neutral verhält. Weiterlesen

InDebate: Hip-Hop Voices and the Problem of Black Experience

newphoto Michael Thomas

Michael L. Thomas

“…there are to-day no truer exponents of the pure human spirit of the Declaration of Independence than the American Negroes; there is no true American music but the wild sweet melodies of the Negro slave…” – W.E.B. Du Bois, The Souls of Black Folk

It was 1903 when Du Bois in The Souls of Black Folk wrote that, “The problem of the twentieth century is the problem of the color line.”  At this time, African Americans had gained emancipation from slavery, suffrage, and access to education, but their promise was extinguished by the principle that people of color were ultimately “equal but separate.” For Du Bois, the continued presence of the color line produces the “strange experience” for African Americans of “being a problem.” The problem of the color line, the division of the races, replicates itself as a “vast veil” that produces “double-consciousness,” the “sense of always looking at one’s self through the eyes of others, of measuring one’s soul by the tape of a world that looks on in amused contempt and pity.” Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Aufmerken auf das Fremde

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Bernhard Waldenfels

Für eine Phänomenologie, die dem Antworten auf das Fremde ein besonderes Gewicht einräumt, gibt die Aufmerksamkeit ein Paradebeispiel ab. Sie teilt mit dem Fremden das gleiche Schicksal einer weitgehenden Geringschätzung. Der Psychologismus eines Wilhelm Wundt, der die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts beherrscht, degradiert die Aufmerksamkeit zu einer psychologischen Begleiterscheinung. Ihre kognitive Leistung wird immer wieder mit der Wirkung eines Scheinwerferkegels verglichen, der in verborgene Winkel hineinleuchtet und hervorholt, was sich dort verbirgt. Ähnlich wird das Fremde bis heute auch von Philosophen dem angeglichen, was wir noch nicht kennen, aber unter geeigneten Bedingungen kennenlernen können. Ich zitiere zwei Autoren, die zeitig auf die Mängel einer solchen Vernunftgläubigkeit aufmerksam gemacht haben. Weiterlesen