Schwerpunktbeitrag: Subtile Gewalt. Gedanken zu Sprache und Frieden

Liebsch Foto

Burkhard Liebsch

Neueren Erforschungen des Zusammenhangs von Sprache und Gewalt zufolge ist letztere so sehr in der Sprache selbst derer heimisch geworden, die im Zeichen des Guten „eines Sinnes“ zu sein behaupten, dass man sich kaum mehr menschliche Lebensformen vorzustellen vermag, die von dieser Last gänzlich befreit wären. Allenfalls um den Preis erneuter Gewalt, im Zuge einer gewaltsamen Reinigung der Sprache, wäre die Gewalt (wenn überhaupt) aus ihr zu vertreiben. Aber muss man sich, wenn man mit einer solchen „Endlösung“ nicht liebäugeln mag, darum unvermeidlich mit der Gewalt resignativ, zynisch oder defätistisch abfinden, die selbst wohlmeinendster, angeblich herrschaftsfrei und gewaltlos vonstatten gehender Verständigung inhärent zu sein scheint? Weiterlesen

InDebate: Der Philosophenkönig Peter Sloterdijk. Zum aktuellen Philosophenstreit

Peter Sloterdijk By Rainer Lück https://1RL.de - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7325682

Peter Sloterdijk
By Rainer Lück https://1RL.de – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7325682

Jürgen Manemann

Der Philosoph Peter Sloterdijk sieht seine Zeit gekommen. Der Denker in dürftiger Zeit schaltet sich in die große Politik ein und fordert nichts weniger als eine Revolution. Schon seit geraumer Zeit hält er Ausschau nach einer „neue(n) Generation von Politikern“, die sich mit visionären Antrieben aufladen, um „große Politik“ zu machen. Mit der Alternative für Deutschland (AfD) scheint der Kairos da zu sein. „Große Politik“ basiere auf dem Gespür für die Macht des Schicksals. Sloterdijk, der Seher, experimentiert damit, Stifter oder Medium einer gegenreligiösen Weltanschauung zu sein. Und nicht nur das: Er versteht seine Philosophie als einen Beitrag zu einer „Loskettungspraxis“, und derjenige, der Ketten löse, sei der Erlöser. Weiterlesen