Philosophy and the Web: Googles Marktmacht: Ein neues Kapitel zur Lehre von der Souveränität?

Anfang April startete in der FAZ eine Debatte über die Monopolstellung von Google und deren negative Auswirkungen für den Wettbewerb. Nachdem der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt in einem Beitrag auf den ersten Artikel antwortete, bekam er wiederum eine Antwort in Form eines offenen Briefes, geschrieben vom Chef des Axel Springer Verlages, Mathias Döpfner. In seinem Brief gesteht Döpfner Angst vor der Macht von Google ein, führt wettbewerbsschädigende Praxen und die Monopolstellung des Internetkonzerns auf sowie die Datenschutzproblematik, die sich durch Googles Zugriff auf die Daten seiner Nutzer*innen ergebe. Weiterlesen

Philosophy and the Web

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, Euch unsere neue Kategorie „Philosophy and the Web“ vorstellen zu dürfen. An dieser Stelle werdet Ihr künftig regelmäßig Beiträge zum Themenkomplex „Internet und Philosophie“ finden. In dieser Kategorie wollen wir Websites vorstellen, die sich mit philosophischen Themen beschäftigen. Auch möchten wir aktuelle philosophische Diskussionen im und über das Internet vorstellen und kommentieren. Unser Ziel ist es, zu erforschen, welche Bedeutung dem Internet für die Philosophie im Allgemeinen und als Raum des Philosophierens im Besonderen zukommt. Wir freuen uns über Eure Kommentare, Kritik und Anregungen. Auch Hinweise auf Seiten, die Eurer Meinung nach hier vorgestellt werden sollten, nehmen wir gerne entgegen. Wir wünsche Euch viel Freude mit „Philosophy and the Web“

Dominik Hammer für das Philosophie InDebate-Team

Philosophy and the Web: The Indiana Philosophy Ontology (InPhO) project

Für die theoretische Philosophie ist die Ontologie eine der grundlegenden Disziplinen. Als Seinslehre beschäftigt sich Ontologie als Fachbereich der Philosophie mit Fragen, welche die Existenz selbst betreffen. In der Informatik wird der Begriff der Ontologie in Anlehnung an den philosophischen Begriff dazu verwendet, Darstellungs- und Ordnungsmethoden zu bezeichnen. Durch solche „Ontologien“ sollen in der Informatik Verknüpfungen von Wissensbeständen graphisch sichtbar und editierbar gemacht werden. Doch auch für geisteswissenschaftliches Arbeiten lassen sich diese mit der Mind-Map eng verwandten Graphiken gut nutzen. Welche Möglichkeiten eine solche Darstellung für die Philosophie bietet, demonstriert unter anderem das Indiana Philosophy Ontology (InPhO) -Projekt. Eine Forscher*innengruppe, die im Bereich der “Digital Humanities“ arbeitet, hat in diesem Projekt eine hilfreiche Übersicht der besonderen Art erstellt. Diese präsentiert eine graphische Einordnung philosophischer Ideen und Strömungen und verlinkt zu den jeweiligen Wikipedia-Artikeln (und in vielen Fällen auch zu den Einträgen aus der Stanford Enyclopedia of Philosophy). Die Ontologie kann durch mehrere Clicks so weit aufgefächert werden, dass die gesuchten philosophischen Konzepte oder die jeweiligen Philosoph*innen erscheinen. Die Website kann allerdings auch gezielt mithilfe einer Suchleiste nach Personen oder Begriffen durchsucht werden. Auf den Seiten der einzelnen Denker*innen finden sich neben Links und kurzen biographischen Angaben auch Philosoph*innen aus dem gleichen Disziplin, verwandte Denker*innen, und solche, die philosophische Positionen der gesuchten Philosoph*innen beeinflusst haben (oder von diesen beeinflusst wurden). Gleiches gilt für die gesuchten philosophischen Begriffe. Dort werden Untergliederung der jeweiligen philosophischen Fachdisziplinen, Schlagworte und die den Themenfeldern zuzuordnenden Philosoph*innen angezeigt. Damit stellt das Indiana Philosophy Ontology -Projekt einen gute Adresse für alle dar, die sich einen Überblick über Ideen oder Philosoph*innen und deren Kontext verschaffen wollen. Auch zur philosophischen Spurensuche lädt die Seite mit ihrer ansprechenden Fächeroptik ein.

Link: https://inpho.cogs.indiana.edu/taxonomy

Pro und contra: Ist das Internet die Agora heutiger Demokratien?

Pro: Felicitas Steinhoff

Ich schreibe diesen Beitrag kurz vor der Deadline. Denn das Internet lenkte mich ab. Mit Katzenbildern, Twitter-Meldungen meiner Freunde, Blogs, Unterhaltungen auf Skype und preiswerten Weihnachtsdeals. Sie kennen das. Vieles davon ist nützlich, aber vieles veranlasst weniger netzaffine Menschen zu Aussagen wie: „Die daddeln doch da nur doof rum.“ Manchmal stimmt das. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass das Internet das einzige Forum ist, das man in der heutigen Demokratie mit der damaligen Agora vergleichen kann. Weiterlesen