Schwerpunktbeitrag: Anthropologie der Macht

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Dirk Jörke

Macht und Gewalt stellen Grundformen menschlichen Zusammenlebens dar. Doch der Machtbegriff ist schwer zu fassen. Es sind vor allem drei Fragen, die in Philosophie und Wissenschaft immer wieder aufgeworfen, aber bis heute nicht endgültig beantwortet worden sind: 1. Was ist Macht? 2. Ist das Streben nach Macht dem Menschen als solchem angeboren oder wird er von den gesellschaftlichen Verhältnissen zur Macht gezwungen? 3. Wie lassen sich die destruktiven Wirkungen des Machtstrebens verhindern? Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Pluralität, Indifferenz und Toleranz

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Gerald Hartung

Ohne Zweifel ist heute eine sehr viel größere Anzahl von Überzeugungen möglich als ehemals; möglich, das heißt erlaubt, das heißt unschädlich. Daraus entsteht die Toleranz gegen sich selbst (Friedrich Nietzsche)

Nach Nietzsches Ansicht ist Toleranz gegen sich selbst nur um den Preis des Verlusts von Überzeugungen – anders gesagt: einer Haltung der Indifferenz in Bezug auf die Selbstdeutung des eigenen Lebens – möglich. Sie ist ein Symptom unserer modernen Kultur, der die Geschichtlichkeit der Lebenssituationen, die Variabilität der Überzeugungen, die Ablösung der Wahrheitsfrage durch das Wahrscheinlichkeitskalkül, mithin der Verlust von Selbst-Gewissheit eingeschrieben ist. Wer sich seiner selbst nicht gewiss ist, dem fehlt auch Gewissheit und Verlässlichkeit im Umgang mit Anderen. Die Außenseite der Indifferenz ist folglich die Gleichgültigkeit gegenüber Anderen. Weiterlesen