InDebate: In unsere Wünsche verstrickt: Wie eine Unterscheidung uns neu orientieren kann

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Katrin Wille

Ich schreibe diesen Beitrag mit dem Ziel, auf die Unterscheidung zwischen Wunsch und Wille aufmerksam zu machen, die aus meiner Sicht eine große Kraft hat, um sich und die Welt besser verstehen, aber auch kritisieren und verändern zu können. Die Unterscheidung ist wichtig für das Verhältnis von uns als handelnden Subjekten zu uns selbst, für die konkreten Beziehungen zwischen uns und anderen und für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen. Ich will die Unterscheidung zuerst im Selbstverhältnis einführen und dann im zweiten Schritt Konsequenzen für ein aktuelles Thema unserer Zeit aus der Medizinethik aufzeigen. Vor allem daran zeigt sich drittens die radikale Konsequenz dieser Unterscheidung, die ich hiermit zur Diskussion stellen möchte. Weiterlesen

InDebate: Kann Beihilfe zum Suizid moralisch gerechtfertigt sein? Wie wäre sie rechtlich zu regeln?

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Gerhard Kruip

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, der wegen einer schweren Erkrankung seiner Frau für November 2014 seinen Rückzug von diesem Amt angekündigt hatte, sagte kürzlich in einem Stern-Interview, er würde seiner krebskranken Frau auch beistehen, wenn sie sich entscheiden würde, sich das Leben zu nehmen, um einen langen Leidensweg vor dem Tod zu vermeiden. Diese Äußerungen fallen in eine Zeit, in der aktuell intensiv über die Frage diskutiert wird, ob und wie in Deutschland der assistierte Suizid rechtlich neu zu regeln wäre, insbesondere hinsichtlich „organisierter“ Beihilfe zum Suizid. Weiterlesen

Pro und Contra: Mehr Organe für die Organtransplantation durch eine Widerspruchslösung – ist das ethisch vertretbar?

pro: Gerhard Kruip

Nach dem Transplantationsgesetz von 1997 gilt derzeit, dass nur demjenigen nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, der vorher dazu seine Zustimmung gegeben hat (oder dessen Angehörige von einer solchen Zustimmung wissen oder sie mit guten Gründen vermuten). Nach der Änderung des Gesetzes am 1.11.2012 versenden die Krankenkassen inzwischen im Rahmen der sogenannten „Entscheidungsregelung“ Informationsbriefe mit Formularen für Organspendeausweise und fordern ihre Versicherten auf, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden und dies auf dem Ausweis zu vermerken. Der Gesetzgeber verband damit die Erwartung, mehr Menschen als bisher zu einer Organspende zu motivieren. Weiterlesen