Pro und contra: Braucht Europa eine Zivilreligion?

Foto Benedikter -2

Pro: Roland Benedikter

Zunächst gilt es eine Eingrenzung vorzunehmen. Diese ist für alles Weitere grundlegend, weil ansonsten Missverständnisse entstehen. Europa kann und sollte vor seinem eigenen Hintergrund unter „Zivilreligion“ nicht dasjenige verstehen, als was sie Robert N. Bellah für die USA definierte: als die Präsenz traditioneller religiöser Symbole im Alltag, womit vor allem christliche und freimaurerische Elemente gemeint sind, die sich in Amerika täglich – und wie selbstverständlich – mit der säkularen Kultur mischen. Dieser Begriff von Zivilreligion steht in den USA gleichberechtigt neben dem meta-religiösen Freiheitsidealismus, der das Land ebenso prägte wie die ersten Einwanderer, die zum Teil fundamentalistische Christen, zum anderen Teil humanistisch gebildete Aufklärer waren. Weiterlesen