Schwerpunktbeitrag: Das Problem Europa. Überlegungen mit Friedrich Nietzsche[1]

Paul Stephan

I. Zu fremden Sternen

Auf die Frage, wohin Europa strebt, gibt der Philosoph Friedrich Nietzsche eine überraschende wie provokante Antwort:

„Ich höre mit Vergnügen, dass unsre Sonne in rascher Bewegung gegen das Sternbild des Herkules hin begriffen ist: und ich hoffe, dass der Mensch auf dieser Erde es darin der Sonne gleich thut. Und wir voran, wir guten Europäer!“[2]

Zugegebenermaßen ist hier nicht von Europa, sondern von der Menschheit insgesamt die Rede – doch die „guten Europäer“ sollen bei diesem gewaltigen Dezentrierungsunternehmen die Rolle einer Avantgarde einnehmen. Das Unheimliche an dieser Stelle ist, dass mit einer Bewegung der Sonne hin zu einem anderen Sternbild ihr eigener Untergang verbunden wäre und mit dem ihren auch derjenige der Erde. Sollen die „guten Europäer“ die Menschheit in den Untergang führen?

Es gibt wohl keinen der klassischen Philosophen, der sich so intensiv mit dem Thema Europa auseinandergesetzt hat wie Nietzsche. Er ist nicht zuletzt als wichtiger Vordenker der europäischen Einigung zu betrachten, in der er ein unvermeidliches Schicksal des Kontinents erblickte. Es lohnt sich, einige von seinen diesbezüglichen Überlegungen in den Blick zu nehmen, um eine neue Perspektive darauf zu gewinnen, wohin Europa heute strebt – und streben sollte.

II. Der „gute Europäer“

Den Begriff des „guten Europäers“ verwendet Nietzsche immer wieder, um seine Vision von einem „freien Geist“ zu konkretisieren. Seinen ersten Auftritt erhält er im 475. Aphorismus von Menschliches, Allzumenschliches.[3] Dort sind bereits die zentralen Attribute entwickelt, die Nietzsche auch später mit ihm verbinden wird.

Nietzsche beginnt seine dortige Reflexion mit der Diagnose, dass die Entwicklung der modernen Gesellschaft zu einer Vernichtung der europäischen Nationen führen wird. An ihre Stelle wird ein europäischer Durchschnittsmensch treten, der keiner Nation mehr angehört. Dieser Prozess verläuft allerdings nicht ungebremst: Auch wenn er sich langfristig durchsetzen wird, produziert er seine eigene Negation in Gestalt eines „künstliche[n] Nationalismus“[4], der ihm mit „List, Lüge und Gewalt“[5] von bestimmten Machtgruppen im Sinne ihrer partikularen Interessen entgegengesetzt wird. Diejenigen, die diesen Betrug durchschauen und aktiv „an der Verschmelzung der Nationen arbeiten“[6] sind die „guten Europäer“. Ihr Ziel ist „die Erzeugung einer möglichst kräftigen europäischen Mischrasse“[7].

Die „guten Europäer“ sollen „die Leitung und Ueberwachung der gesammten Erdcultur“[8] übernehmen. Sie sind heimatlos, aber bleiben an die europäische Tradition rückgebunden, deren Erben und Vollender sie sind – und denen sich Nietzsche dezidiert auch selbst zugehörig fühlt:

„Wir sind […] gute Europäer, die Erben Euopa’s, die reichen, überhäuften, aber auch überreich verpflichteten Erben von Jahrtausenden des europäischen Geistes: als solche auch dem Christenthum entwachsen und abhold, und gerade, weil wir aus ihm gewachsen sind, weil unsre Vorfahren Christen von rücksichtsloser Rechtschaffenheit des Christenthums waren, die ihrem Glauben willig Gut und Blut, Stand und Vaterland zum Opfer gebracht haben.“[9]

Im christlichen Geist der Verneinung jeglicher zufälligen Identität ist also die Identitätslosigkeit der „guten Europäer“ bereits angelegt – sie wendet sich nun allerdings gegen das Christentum selbst zurück, das ihm auch noch zum Opfer fällt.

„Europa“ verliert so seine geographischen Konturen. Es wird von Nietzsche mit dem Wirkungsraum der modernen Kultur identifiziert:

„Hier, wo die Begriffe „modern“ und „europäisch“ fast gleich gesetzt sind, wird unter Europa viel mehr an Länderstrecken verstanden, als das geographische Europa, die kleine Halbinsel Asien’s, umfasst[.]“[10]

Nietzsche grenzt den „guten Europäer“ allerdings nicht nur von Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus ab, sondern auch von Liberalismus und Sozialismus. Diese Ideologien seien ein Zeichen von Schwäche, die in einer „tiefsten Vermittelmässigung und Chineserei“[11] resultieren würden. Stattdessen betont Nietzsche, dass „zu jeder Verstärkung und Erhöhung des Typus ‚Mensch‘ […] auch eine neue Art Versklavung“[12] notwendig sei. In einem Nachlassfragment, in der er die Einheit Europas mit den Erfordernissen des Weltmarkts begründet, schreibt er dementsprechend: „Für die Aufgaben der nächsten Jahrhunderte sind die Arten ‚Öffentlichkeit‘ und Parlamentarismus die unzweckmäßigsten Organisationen.“[13] Demokratischen und sozialistischen Ideen wird allenfalls eine Hilfsrolle bei der Niederhaltung der Massen zugesprochen, da sie kraft ihrer vermittelmäßigenden Wirkung ihren Willen schwächten und sie so umso leichter beherrschbar machten.[14]

Nietzsche beurteilt die Heimatlosigkeit der „guten Europäer“ allerdings keinesfalls rein positiv oder euphorisch. Vielmehr sei mit ihr die Gefahr des Nihilismus und der Verzweiflung verbunden. Die „guten Europäer“ zeichne jedoch aus, dass sie diese Gefahr aushalten und dennoch eine bejahende Haltung aufrechterhalten.[15] Vor einem Rückfall in bornierte Ideologien ist allerdings auch der „gute Europäer“ nicht gefeit.[16] Am deutlichsten wird das im vierten Teil des Zarathustra, wo Zarathustra seinem „Schatten“ begegnet. Diese Figur bezeichnet sich nicht nur selbst als „Europäer“[17], in Nietzsches Entwürfen zum Buch wird sie auch ganz dezidiert als „der gute Europäer“[18] konzipiert. Der Schatten klagt gegenüber Zarathustra:

„’Wo ist – mein Heim‘ Darnach frage und suche ich und suchte ich, das fand ich nicht. Oh ewiges Überall, oh ewiges Nirgendwo, oh ewiges – Umsonst!“[19]

Zarathustra warnt ihn daraufhin:

„Hüte dich, dass dich nicht am Ende noch ein enger Glaube einfängt, ein harter, strenger Wahn! Dich nämlich verführt und versucht nunmehr Jegliches, das eng und fest ist.“[20]

III. Der „gute Europäer“ – Ein Fazit

Nietzsches schroffe Ablehnung von Universalismus und Demokratie machen es schwierig, an seine Konzeption vom „guten Europäer“ bruchlos anzuknüpfen, auch wenn er sie so vehement von partikularistischen Ideologien abgrenzt. Doch ihren Wert behält sie durch das diagnostische Potential, das sie beinhaltet. Nietzsche erkennt, dass der Modernisierungsprozess es unmöglich macht, das Konzept „Europa“ positiv zu bestimmen. Allenfalls ließe es sich über eben jenen Modernisierungsprozess selbst definieren – doch der ist seiner Natur nach transnational, lässt sich von keinem geographischen Ort als Alleinstellungsmerkmal in Beschlag nehmen, selbst wenn er in Europa seinen Anfang nahm. Auch der Verweis auf die christliche Tradition kann diese Lücke nicht füllen, insofern im transnationalen, antiidentitärem Charakter des Christentums der Modernisierungsprozess schon als Potential angelegt ist – und dasselbe gilt, folgt man Nietzsche, auch für das Erbe der antiken Philosophie.[21]

Zugleich erkennt Nietzsche, dass mit dem Modernisierungsprozess das Problem eines grundlegenden Sinnverlustes verbunden ist. Die ihrer Identität beraubten Menschen – die „guten Europäer“ selbst nicht ausgenommen – sehnen sich so zwangsläufig nach sinnstiftenden Bezugssystemen zurück und werden zum Opfer partikularistischer Ideologien und autoritärer Systeme. Nietzsche glaubt zwar, dass sich der Modernisierungsprozess letztendlich unvermeidlich gegen diese reaktionäre Gegentendenz durchsetzen wird – doch auch er kann diesen Prozess mit keinem sinnstiftenden Ziel verknüpfen, der ihm ein Maß setzen würde.[22] Letztendlich bleibt bei ihm das Experiment der Moderne ein Selbstzweck, den es als solchen zu bejahen gilt. Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist die Selbstzerstörung der modernen Zivilisation, in der Nietzsche das Potential eines radikalen Neuanfangs erblickt.[23] Dieser Neuanfang auf dem Boden des Nihilismus würde dann jedoch selbst wieder autoritäre Züge annehmen und wäre mitnichten eine befreite Gesellschaft. Im 242. Aphorismus von Jenseits von Gut und Böse prognostiziert Nietzsche, dass „die Demokratisierung Europa’s auf die Erzeugung eines zur Sklaverei im feinsten Sinne vorbereiteten Typus hinausläuft“[24], der sich unter dem Eindruck allgegenwärtiger Vermittelmäßigung, Anpassung und Schwächung die Herrschaft des „starke[n] Menschen[en]“[25] förmlich herbeisehnt, der in diesem Klima „Dank der Vortheilslosigkeit seiner Schulung, Dank der ungeheuren Vielfältigkeit von Übung, Kunst und Maske“[26] gerade noch stärker wird. Vor dieser Tyrannei warnt Nietzsche nicht – in ihr besteht gerade seine höchste Hoffnung.

IV. Die Alternative Humanismus

Nietzsches Gegenwartsdiagnose lässt sich sehr gut auf die gegenwärtige Krise Europas beziehen. Es gelingt seit Jahrzehnten nicht, das europäische Einigungsprojekt auf eine glaubwürdige identitätsstiftende Grundlage zu stellen, die mehr beinhaltet als die allgemeinen Standards moderner Gesellschaften, zusammengehalten wird es primär durch die Einsicht in die Notwendigkeit, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Die Bevölkerung Europas zerfällt so in diejenigen, die sich mit kosmopolitanen, individualistischen Ideen identifizieren können und die kulturelle Elite bilden, quasi den „guten Europäern“, auf der einen und diejenigen, denen diese Identifikation nicht gelingt und die sich nur allzu leicht vor den Karren autoritärer Politiken spannen lassen, auf der anderen Seite. Ungewollt kommt die politische und kulturelle Realität Europas Nietzsches Vision einer elitären Herrschaft der „Heimatlosen“ über die ‚abgehängten Entwurzelten‘ gefährlich nahe.

Eine Lösung dieses Dilemmas lässt sich freilich aus Nietzsche Überlegungen ex negativo durchaus ableiten. Sie bestünde schlicht darin, die von ihm aufgestellte Alternative von nihilistischem Modernismus und identitärer Reaktion nicht zu akzeptieren und den von Nietzsche selbst verworfenen dritten Weg des Humanismus zu beschreiten. Unter ‚Humanismus‘ sollen dabei alle Ideologien verstanden werden, die sich dem Ziel einer allgemeinen Anhebung des Wohlergehens der Menschheit verschrieben haben, egal ob sozialistischer, liberaler, anarchistischer oder sonstiger Couleur. Der Humanist in diesem Sinne sieht Nietzsches „gutem Europäer“ zum Verwechseln ähnlich (das reflektiert Nietzsche auch immer wieder selbst[27]), wie jener versteht auch er sich als Erben der europäischen Tradition, transzendiert sie aber auf ein höheres Ziel hin, und ist partikularistischen Ideologien gegenüber strikt ablehnend eingestellt. Doch sein Ziel ist eben – auch wenn man sich über den exakten Inhalt des Begriffs ‚Wohlergehen‘ streiten mag – eben bestimmt, es trägt ein Maß in sich. Neben dem Wohlergehen der Menschheit dürfte es ihm heute dabei vor allem auch – sofern beides untrennbar voneinander abhängt – um ein harmonisches Verhältnis zwischen Mensch und Natur gehen. Er entgeht so der Gefahr des Nihilismus und somit auch des Rückfalls in reaktionäre Ideologien.

Nietzsches Vorwurf der „Vermittelmäßigung“ ist zu entgegen, dass eine krasse Reichtums- und Machtkonzentration eher zu einem kulturellen Klima der Unfreiheit und maßlosem Pomp und Verschwendungssucht führt als zu einer kulturellen Blüte. Das bisher nicht dargelegte zweite Kernargument Nietzsches gegen den Humanismus lautet, dass es sich bei ihm, ähnlich wie beim Konservativismus, nur um ein künstliches Beruhigungsmittel handeln würde, dass über die eigentliche Realität moderner Gesellschaften hinwegtäuscht – eine Art ‚Opium des Volkes‘.[28] Wie erwähnt erhofft Nietzsche sich sogar, dass die von ihnen eingelullten Massen sich der Herrschaft der „guten Europäer“ willig fügen werden – und empfiehlt sie als Mittel zur Aufrechterhaltung dieser Herrschaft. Humanistische Ideologien dienen in der Tat oft als Nebelkerze, um den Interessen der Menschen im Grunde entgegengesetzte Politiken durchzusetzen. In den letzten Jahrzehnten entstand bei vielen der Eindruck, dass sie die Beschleunigung des Modernisierungsprozesses in Europa als ideologischer Zierrat flankierten, ohne wirklich im Zentrum der politischen Agenda zu stehen – und das hat sie unglaubwürdig gemacht und reaktionären Kräften in die Hände gespielt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter dem Banner humanistischer Ideologien in den letzten Jahrzehnten auch tatsächlich ungeheure Fortschritte in ihrem Sinne erzielt worden sind. Es hat sich praktisch erwiesen, dass sie zumindest mehr als warme Sonntagsreden sein können – auch wenn sie oft genug dazu degradiert werden.

Auch der Humanismus taugt nicht dazu, eine spezifisch europäische Identität begründen zu können, insofern er einen radikal universalistischen Anspruch erhebt. Dennoch ist es sicherlich nicht falsch zu behaupten, dass Europa der Kontinent ist, in dem demokratische Partizipation, soziale Rechte und ökologische Sensibilität nicht nur erfunden wurden, sondern auch am besten realisiert sind in Form des ‚typisch europäischen‘ Modells des ökologischen Wohlfahrtsstaats. Europa sollte auf diese lange Traditionslinie erfolgreicher sozialer Kämpfe – die Nietzsche leider kaum, und wenn überhaupt nur abwertend berücksichtigt – stolz sein und könnte sie durchaus in den Mittelpunkt seiner identitären Selbstbestimmung rücken. Allerdings müsste dann, um dem Verdacht der bloßen Verkleidung zu entgehen, die Politik diesem hohen Anspruch auch gerecht werden.[29]

Nietzsches Leitbild des „guten Europäers“ bleibt als Antidot zu partikularistischen Ideologien brandaktuell. Es müsste allerdings um eine humanistische Komponente ergänzt werden. Vielleicht könnte ein „humanistischer guter Europäer“ eine wünschenswerte Zukunftsvision für Europa sein – er würde die Erde vielleicht auch zu fremden Sternen führen, nun allerdings mit dem Ziel, dort Entdeckungen zu machen und ‚Kolonien‘ zu gründen, nicht um der Selbstvernichtung willen. Ohne dieses Element dürften sich Nietzsches düstere Zukunftsvisionen einer von „guten Europäern“ angeführten Selbstvernichtung der Menschheit (inklusive des Planeten Erde), eines, womöglich dauerhaften, Rückfalls in reaktionäre Ideologien oder einer autoritären Herrschaft kosmopolitaner Eliten unter einem zynisch eingesetzten moralischen Deckmantel wahrscheinlich erfüllen.

[1] Der Essay entstand im Sommer 2018 als Beitrag zum diesjährigen Essaypreis der Deutschen Gesellschaft e. V. zur Preisfrage „1918-2918. Wohin strebt Europa?“ und gehört zu den 20 ausgewählten Einreichungen, die in den Sammelband des Wettbewerbs aufgenommen wurden.
[2] Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gute und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft. In: Kritische Studienausgabe Bd. 5. München 2012, S. 9-243; Aph. 243, S. 183.
[3] Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Kritische Studienausgabe Bd. 2. München 2012, Bd. 1, Aph. 475, S. 309-311.
[4] Ebd., S. 309.
[5] Ebd.
[6] Ebd.
[7] Ebd., S. 310.
[8] Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Bd. 2, Der Wanderer und sein Schatten, Aph. 87, S. 592 f.
[9] Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. In: Kritische Studienausgabe Bd. 3. München 2011, 343-651; Aph. 377, S. 631.
[10] Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Bd. 2, Der Wanderer und sein Schatten, Aph. 215, S. 650.
[11] Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Aph. 377, S. 629.
[12] Ebd.
[13] Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente 1884 – 1885. Kritische Studienausgabe Bd. 11. München 1999, Nr. 1885 37[9], S. 584.
[14] Derartige machiavellistische Spekulationen stellt Nietzsche etwa in im Nachlassfragment 1885 35[9] an (Nietzsche: Nachgelassene Fragmente 1884 – 1885, S. 511 f.).
[15] „Das verborgne Ja in euch ist stärker als alle Neins und Vielleichts, an denen ihr mit eurer Zeit krank seid“ (Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Aph. 377, S. 631).
[16] „Wir ‚guten Europäer‘: auch wir haben Stunden, wo wir uns eine herzhafte Vaterländerei, einen Plumps und Rückfall in alte Lieben und Engen gestatten“ (Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, Aph. 241, S. 180).
[17] Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Ein Buch für alle und keinen. Kritische Studienausgabe Bd. 4. München 2011, S. 381 & 385.
[18] Vgl. etwa Nietzsche: Nachgelassene Fragmente 1884 – 1885, Nr. 1884 30[4], S. 353.
[19] Nietzsche: Also sprach Zarathustra, S. 341.
[20] Ebd.
[21] Christentum sei schließlich „Platonismus für’s ‚Volk‘“ (Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, Vorrede, S. 12).
[22] „[S]elbst noch mit dem Maasse der alten Griechen gemessen, nimmt sich unser ganzes modernes Sein, soweit es nicht Schwäche, sondern Macht und Machtbewusstsein ist, wie lauter Hybris und Gottlosigkeit aus“ (Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift. In: Kritische Studienausgabe Bd. 5. München 2012, S. 245-412; 3. Abh., Abs. 9, S. 357).
[23] Dieser geradezu eschatologische Zug in Nietzsches Denken wird am deutlichsten am Ende der zweiten und dritten Abhandlung der Genealogie der Moral (Abh. 2, Abs. 24, S. 335 f. und Abh. 3, Abs. 27 & 28, S. 409-412).
[24] S. 183.
[25] Ebd.
[26] Ebd.
[27] Vgl. zur Unterscheidung von „freien Geistern“ und „Freidenkern“ etwa Nietzsche: Nachgelassene Fragmente 1884 – 1885, Nr. 1885 36[17], S. 557-559.
[28] Vgl. etwas besonders eindrücklich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral, 3. Abh., Abs. 26, S. 405-408.
[29] Vgl. hierzu Jacques Derridas und Jürgen Habermas’ prominenter Versuch, dem Ringen um eine positive Bestimmung europäischer Identität eine philosophische Fundierung zu verleihen, in dem sie genau diesen Aspekt verhoben (Unsere Erneuerung. Nach dem Krieg: Die Wiedergeburt Europas. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.05.2003, S. 33 f.).

© Paul Stephan

Paul Stephan M.A. ist Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.

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