InDepth-shortread: Camus und Corona: Leben für den melancholischen Waffenstillstand

Robin Wehe

„Auch dort drüben, dort im Altersheim, in dem die Leben erloschen,
war der Abend wie ein melancholischer Waffenstillstand.“[1]

Albert Camus’ Roman „Die Pest“ wird seit Ausbruch des Corona-Virus wieder vermehrt gelesen.[2] Die Thematik – der Umgang der algerischen Stadt Oran mit einem Pestausbruch – lädt dazu ein, Parallelen zur Covid-19-Pandemie zu ziehen. Dennoch zielt Camus’ Roman auf etwas viel Größeres ab: die menschliche Existenz. Die Krankheit ist für Camus dabei Metapher und gerade nicht einziges Thema des Buchs. Dabei gilt für den Roman wie für Krisen, dass sich in ihnen Grundzüge unserer Existenz zwar noch deutlicher auftun, mit denen wir – aufgrund der Verfasstheit des menschlichen Lebens – aber immer schon konfrontiert sind. Die Pest ist ein passender Krisenroman, aber seine Wiederentdeckung ist noch viel mehr: ein Angebot, sich mit der „absurden Existenz“ zu beschäftigen.

„Die Pest“ als Krisenroman

„Die Pest“ wurde von Beginn an vielseitig interpretiert.[3] Camus selbst schlug drei verschiedene Interpretationen vor: die realistische Chronik eines Krankheitsausbruches, eine literarische Veranschaulichung seines philosophischen Denkens und die allegorische Betrachtung des Besatzungszustandes Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.[4] Letztere Interpretation war dabei wahrscheinlich lange Zeit die geläufigste Weise, den Roman auszulegen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie erlebt sein Werk eine Wiederentdeckung und die Deutung des Romans als Krankheitschronik sticht seitdem besonders hervor. Seit März dieses Jahres wird der Roman weniger als philosophischer Roman oder als Kriegsroman, sondern als beunruhigende Parallelen aufzeigender Beitrag zur Corona-Pandemie gelesen.

„Ist Albert Camus’ ‚Die Pest‘ das Stück der Stunde?“[5], schreibt beispielsweise der Wiesbadener Kurier über eine „Die Pest“-Aufführung im Hessischen Staatstheater Wiesbaden.[6] Auch die Google-Suche ergibt zahlreiche Treffer mit aktuellem Datum (vor allem im Frühjahr dieses Jahres) zu den Themen Albert Camus, „Die Pest“ und Covid-19, darunter Beiträge von SWR, BR, Süddeutsche Zeitung, Die Welt und unterschiedlichen Lokalzeitungen. Allen Beiträgen ist gemein, dass sie den Roman als interessante Parallele, als literarisches Beiwerk zur Krise betrachten. Doch haben nicht nur Redakteur*innen der Zeitungen diese Parallele bemerkt, auch allgemein scheint der Roman in der Gesellschaft eine neue Konjunktur zu erfahren. In Frankreich stand der Roman im Frühjahr auf der Bestsellerliste, während Rowohlt zeitgleich ankündigte, aufgrund der hohen Nachfrage die 90. Auflage des Romans zu drucken.[7] Nicht zu vergessen ist auch Robert Habeck, der im April 2020 mit dem Buch auf Instagram posierte.[8]

Auch wenn sich die Pest und Covid-19 nicht vergleichen lassen, sind die Parallelen zwischen dem Roman und der derzeitigen Situation dabei naheliegend: Camus beschreibt in „Die Pest“ das Leben mit einer Epidemie, wir erleben derzeit eine Pandemie. Viele der dort beschriebenen Szenen erinnern unweigerlich an Szenen aus dem Alltag des vergangenen Dreivierteljahres: Vom anfänglichen Unglauben über das Ausmaß und die Schwere der Krankheit („Richard fand, man dürfe nicht zu schwarz sehen, und überdies sei die Ansteckung nicht erwiesen […]“[9]), über den Unmut über das exponentielle Wachstum der Erkrankten („Die Ziffern steigen, Herr Doktor[…]“[10]) bis hin zu kleinen, konkreten Situationen des Alltagslebens, die in ihrer Gesamtheit an das Leben mit Maßnahmen zur Infektionseindämmung erinnern („Merkwürdig ist indessen, wie sich alle Fahrgäste nach Möglichkeit den Rücken zudrehen, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden“[11]). Dennoch wird man dem Werk Camus’ nicht gerecht, wenn man es auf diese Parallele reduziert – einerseits, weil es gerade durch seine Bedeutungsoffenheit, und der damit einhergehenden Interpretationsvielfalt besticht, andererseits weil man das philosophische Denken Camus’ damit unterschlägt.

Dieses Denken ist nicht akademisch-philosophisch ausformuliert, nicht systematisch, aber trotzdem omnipräsent in jedem philosophischen und literarischen Werk Camus’. Diese mangelnde Systematisierung kann man Camus durchaus zum Vorwurf machen. Andererseits macht aber gerade dieser „fehlende“ Fokus seine Texte so ergiebig. Camus’ Werk liegt zwischen Zeitkommentar und philosophischem Werk, zwischen Literatur und Theorie – mit einem theoretischen Anspruch, geprägt und exemplifiziert an der Zeit, in der er lebte. Vor diesem Hintergrund kann „Die Pest“ natürlich auch als Parabel für den französischen Besatzungszustand oder als Chronik einer Epidemie gelesen werden. In ihr zeigt sich aber eben darüber hinaus Camus’ Philosophie und Denken.

Dieser Philosophie– die sich in Anlehnung an Josef Pechtl[12] als Spannungsdenken bezeichnen lässt – möchte ich mich im Folgenden widmen. [13] Der vorliegende Text ergreift somit die Chance, das erhöhte Bewusstsein für Camus’ Werk dafür zu nutzen, ein anderes Licht auf sein Werk zu werfen – eines, das durch die offensichtlichen Parallelen zum Zeitgeschehen (sei es vor 70 Jahren, sei es heute) leicht zu übersehen ist, aber nicht vergessen werden sollte.

Camus’ Spannungsdenken als unauflösbare existenzielle Bestimmung

An manchen Stellen in Camus’ Werk scheint es, als würde er sich selbst widersprechen. Diese vermeintlichen Widersprüche sind dadurch zu erklären, dass sich Camus’ Denken aus zwei unterschiedlichen Erfahrungen konstituiert. Beide Erfahrungen bilden jeweils einen Pol in seinem Denken. Gemeinsam entsteht so ein Spannungsgefüge, das den Rahmen für seine Philosophie bildet. Camus hat diese Theorie nicht ausformuliert, dennoch finden sich in den meisten seiner Texte diese Spannungen wieder. Auch notierte er sein Bestreben, ein Spannungsverhältnis zwischen zwei Philosophien, die wiederum auf zwei entgegengesetzten Erfahrungen beruhen, auszubilden, in einem Tagebucheintrag.[14]

Die erste Erfahrung, die Camus in seiner Literatur und seinen philosophischen Essays beschreibt, ist die einer bestimmten Welterfahrung.[15] Diese ist die Erfahrung der Sinnlosigkeit: ein Leben mit dem Nihilismus. Auf die andere Seite stellt er ein bestimmtes Bedürfnis des Menschen – ein Verlangen nach Sinn, das er auf einer anderen Erfahrung begründet: der Einheitserfahrung bzw. auf der Erfahrung des Übereinkommens der Welt mit dem Sinnverlangen.[16] Zwischen diesen Polen spielt sich das menschliche Leben ab.

Auf der einen Seite steht also die Welterfahrung, die für Camus evident ist, nicht in einem empirischen Sinn, sondern insofern, als dass sie sich dem Menschen immer schon als grundlegende menschliche Erfahrung aufdrängt. Das menschliche Leben wird bei ihm vom Menschen als sinnlos erfahren. Die Frage, ob diese Erfahrung eine Erfahrung der Moderne ist (als Wegfall religiöser Erfahrung[17] oder beispielsweise durch die Erfahrung der Sinnlosigkeit des Krieges) oder eine Erfahrung, die aus einer grundlegenden existenziellen Beschaffenheit des Lebens erwächst, ist für ihn gewissermaßen unerheblich – ihm ist es wichtiger, zunächst eine Antwort auf die Sinnlosigkeit zu finden und sich dann mit den Gründen zu beschäftigen.[18] Aus diesem Grund vermischt er diese Ebenen: So geht er in „Der Mythos des Sisyphos“ eher von einer grundlegenden nihilistischen Erfahrung aus: „Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie zu antworten“[19], während er in „Der Mensch in der Revolte“ eher die zeitgeschichtliche Sinnlosigkeit thematisiert: „Es ist das Anliegen dieses Essays, einmal mehr die Realität von heute: das Verbrechen aus logischer Überlegung anzuerkennen und seine Rechtfertigung zu prüfen; dies ist ein Versuch, meine Zeit zu verstehen.“[20] Doch gründet er auch in „Der Mensch in der Revolte“ diese zeitgeschichtliche Ausprägung in dem metaphysischen Gefühl der Sinnlosigkeit.[21] Gewissermaßen lässt sich mit Camus sagen: Es gibt eine metaphysische Sinnlosigkeit, die sich aber in der Moderne besonders stark zeigt.

Für die Welterfahrung der Sinnlosigkeit findet Camus zahlreiche Beispiele, die in drei Grundkategorien eingeteilt werden können: die Erfahrung der Uneinheit im eigenen Subjekt (1), die Fremdheit der Welt (2) und die Unabwendbarkeit des Todes als stärkstes Erlebnis der Fremdheit (3).[22] Allgemein kehrt Camus’ Denken und Schreiben immer wieder zu diesem Punkt zurück. Das bekannteste Beispiel, das er allegorisch dafür verwendet, ist Sisyphos, der einen Stein immer wieder aufs Neue einen Berg hinaufrollen muss[23] und für Camus als Parabel des absurden Lebens dient. In „Der Mythos des Sisyphos“ beschreibt er auch die Erfahrung mit der Fremdheit der Welt: „[…] ahnen, wie sehr ein Stein fremd ist, auf nichts zurückzuführen, und mit welcher Intensität die Natur oder eine Landschaft uns verneinen kann“[24]. Auch „Die Pest“ beschreibt als Ganzes durch die Metaphorik der Krankheitschronik selbst diese sinnlose Welterfahrung und expliziert diese Erfahrung an verschiedenen Stellen:

„Aber schließlich waren die Meerbäder untersagt worden, und die Gesellschaft der Lebenden fürchtete tagein, tagaus, der Gesellschaft der Toten den Vorrang lassen zu müssen. Das war die Wirklichkeit. Wohlverstanden konnte man sich immer bemühen, sie nicht zu sehen, die Augen zu schließen und sie abzulehnen. Aber die Wirklichkeit besitzt eine schreckliche Kraft, die zum Schluß alles überwindet.“[25]

Hier sieht man deutlich, wie die Unabwendbarkeit des Todes als Erfahrung der Sinnlosigkeit sich den Bewohner*innen als Wirklichkeit aufdrängt. Aus der Thematik des Buches ist die Uneinheitserfahrung als Unabwendbarkeit des eigenen Todes in „Die Pest“ am stärksten. Unabhängig davon, ob es sich um die Erfahrung der Uneinheit des eigenen Subjekts, der Fremdheit gegenüber der Welt oder der Erfahrung mit der Unabwendbarkeit des Todes handelt, ist es diese Erfahrung, die Camus den (modernen) Menschen als grundlegende Wirklichkeitserfahrung zuschreibt.

Auf der anderen Seite des Spannungsdenkens hingegen steht das menschliche Sinnverlangen. Dieses Verlangen nach Sinn bildet einen Gegenpol zur Welterfahrung der Sinnlosigkeit. Es ist das, was die Menschen präferieren, was sie sich wünschen und wonach sie streben. Doch ist das Sinnverlangen kein eingebildetes, kein reines Wunschdenken, keines, das sich durch die sinnlose Welterfahrung revidieren lässt, sondern steht mit dieser im Wechselbezug. Denn auch dieses Verlangen gründet auf Erfahrungen, die sich den Menschen ebenso aufdrängen – nämlich Erfahrungen der Einheit und des Sinns, der Harmonie und des Gleichgewichts, die für Camus ebenso evident sind wie Erfahrungen der Sinnlosigkeit. Diese entgegengestellten Erfahrungen können wiederum zwei wiederkehrenden Kategorien zugeordnet werden: das sinnliche Erleben als Verbundenheit mit anderen Menschen oder der Welt (1) und die Solidarität und Revolte als gemeinsames Auflehnen gegen die Sinnlosigkeit der Welt (2).[26]

Auch diese Erfahrung findet sich als Gegenpol in „Die Pest“. Mehr noch: Camus beschreibt in dem Roman, wie aus diesem Sinnverlangen ein tätiges absurdes Leben geführt werden kann. „Die Pest“ ist als Ganzes ebenso als Beispiel für diese zweite Erfahrung, also der Erfüllung eines Bedürfnisses nach Sinn zu lesen. Unter den verschiedenen Erfahrungen, die unter der Entsprechung des Sinnverlangens subsumiert werden können, ist in „Die Pest“ das solidarische Auflehnen gegen eine sinnlose Welt am präsentesten: Arzt Rieux kämpft gemeinsam mit weiteren Helfern[27] gegen die Krankheit. Wichtig ist, dass diese Auflehnung zu nichts führt – man wird die Sinnlosigkeit nicht überwinden können.[28] Die gemeinsame Revolte führt nur dazu, dass dieses Gefühl der Gemeinschaft, der Solidarität und der Einheit entsteht, und darin besteht die Erfüllung des Sinnverlangens. So fühlen sich zwei Hauptakteure in „Die Pest“, beispielsweise in einem Moment der Pause, in der sie im Meer schwimmen gehen, einander freundschaftlich, aber auch mit der Welt verbunden. Mit dem Abklingen des Gefühls der Verbundenheit kehrt aber die sinnlose Welt wieder zurück:

„Wenn er Tarrou anblickte, erriet er auf dem ruhigen, ernsten Gesicht seines Freundes das gleiche Glück, das nichts vergaß, auch nicht den Mord.

Sie entkleideten sich. Rieux sprang zuerst. Das Wasser, das ihm anfänglich kalt vorkam, schien ihm lau, als er wieder auftauchte. […] Ein paar Minuten lang glitten sie so vorwärts, im gleichen Zug und mit der gleichen Kraft, allein, fern der Welt, endlich frei von der Stadt und der Pest. Rieux hielt zuerst inne, und nun kehrten sie langsamer zurück, außer einmal, als sie in eine eiskalte Strömung gerieten. Da beschleunigten sie wortlos ihre Bewegungen, von dieser Überraschung des Meeres gepeitscht.

Sie kleideten sich wieder an und gingen fort, ohne ein Wort zu sprechen. Aber sie hatten das gleiche Herz, und die Erinnerung an diese Nacht war für beide tröstlich. Als sie von ferne die Wache der Pest erblickten, wußte Rieux, daß auch Tarrou sich sagte, daß die Krankheit sie einen Augenblick vergessen hatte, daß es so gut war und daß es jetzt galt, wieder anzufangen.“[29]

In diesem Abschnitt finden sich somit gleich zwei Elemente der Einheitserfahrung als Verbundenheit: die Verbundenheit mit der Natur und die Verbundenheit mit den Menschen. Im Moment des Eintauchens in das Wasser gelingt es den Akteuren, sich verbunden mit der Welt zu fühlen und dadurch die eigentliche Uneinheit situativ zu vergessen. Die starke sinnliche Erfahrung befriedigt das Sinnbedürfnis. Die Erfahrung der Uneinheit wird jedoch nicht langfristig aufgehoben, sondern nur zeitweise. Dies zeigt sich in der Ambivalenz zwischen dem Beginn und dem Ende des Zitats: Das Gesicht Tarrous zeigt ein Glück, das nichts vergisst, und trotzdem schaffen beide es, zum Ende des Zitats, die Pest und damit das Leid für einen Moment zu vergessen. Prinzipiell sind sie sich also der Sinnlosigkeit bewusst, situativ können sie aber vergessen. Des Weiteren empfinden die Akteure hier eine starke freundschaftliche Verbundenheit, die sich in ihrer wortkargen Synchronität wiederfindet. Beides sind Beispiele der Verbundenheit mit der Welt oder den Menschen in Camus’ Werk.

Der Mensch befindet sich also in einem Spannungsverhältnis aus Sinn und Sinnlosigkeit. Der Sinn besteht in der Entsprechung von Verlangen und Welt, während die Sinnlosigkeit in der Nicht-Entsprechung von Verlangen und Welt gründet. Dieses Verhältnis zwischen Welterfahrung und Sinnverlangen ist das, was Camus gemeinhin als Absurdität bezeichnet: „[…] dann werde ich seine Tat absurd finden. Aber sie ist es nur aufgrund des Missverhältnisses zwischen seiner Absicht und dem, was ihn erwartet […]“[30]. Camus arbeitet an dieser Stelle mit Alltagssituationen und dem Allgemeinbegriff der Absurdität, die für ihn in dem Widerspruch zwischen der Wirklichkeit und dem eigenen Streben besteht. Nicht die sinnlose Welt, noch das Verlangen nach Sinn sind absurd, sondern in ihrem Verhältnis zueinander entsteht eine Lücke, eine Kluft, die als Absurdität bezeichnet werden kann.[31] Der Mensch ist auf diese Weise immer schon in einem Spannungsverhältnis, in einem existenziellen Vollzug, der sich nicht auflösen lässt: ein Spannungsfeld aus zwei diametralen Polen.

Absurde Lebensentwürfe und Krisen

Camus sucht mit seiner Philosophie und seinen literarischen Figuren sodann einen Aufenthalt in diesem Spannungsverhältnis des Absurden. Das geschieht zumeist dadurch, dass Menschen der generellen Sinnlosigkeit starke Einheitserfahrungen entgegenstellen, während sie sich der Unauflösbarkeit der Absurdität bewusst bleiben. Diese Momente der Einheit beschreibt Camus als Momente des Aufatmens, der Pause, der Rast oder des Waffenstillstands[32]:

„Auf diesem Rückweg, während dieser Pause interessiert mich Sisyphos. Ein Gesicht, das sich so nahe dem Stein abmüht, ist selbst bereits Stein! Ich sehe, wie dieser Mann schwerfälligen, aber gleichmäßigen Schrittes zu der Qual hinuntergeht, deren Ende er nicht kennt. Diese Stunde, die gleichsam ein Aufatmen ist und ebenso zuverlässig wiederkehrt wie sein Urteil, ist die Stunde des Bewusstseins. In diesen Augenblicken, in denen er den Gipfel hinter sich lässt und allmählich in die Schlupfwinkel der Götter entschwindet, ist er seinem Schicksal überlegen. Er ist stärker als sein Fels.“[33]

Sisyphos wird sein Schicksal nicht überwinden können, aber er hat seine Momente des Aufatmens, wenn er zum Fuß des Bergs zurückkehrt. In diesen Momenten, in diesem Bewusstsein besteht sein Glück. Ein solches Glück verspürt auch der Protagonist Rieux aus „Die Pest“, wenn er sagt, dass es ihn nicht interessiere, „Heiliger“ zu sein, sondern lediglich Mensch.[34] Es ist das Übereinkommen mit dem Mensch-Sein, dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn, das aus einem situativen Vergessen und einem prinzipiellen Nicht-Vergessen der Sinnlosigkeit besteht. Dieses Glück ist keine ewige Glückseligkeit, keine Synthese der Widersprüche des Lebens, sondern ein wiederkehrender Zustand der Rast und der Pause, in dem die Menschen mit dem Mensch-Sein übereinkommen und nicht anders können als das Leben zu bejahen. Camus verwendet an zwei Stellen in „Der Fremde“ dafür den Ausdruck „melancholischer Waffenstillstand“.[35] Das hier als „Waffenstillstand“ übersetzte französische Wort „trêve“ wird in der deutschen Ausgabe an der einen Stelle als „Rast“, an der anderen als „Waffenstillstand“ übersetzt und steht in beiden Nennungen zusammen mit dem Adjektiv „melancholisch“.[36] In einer neueren Übersetzung wird hier an beiden Stellen das Wort „Atempause“ (bzw. der Ausdruck melancholische Atempause) verwendet.[37]

Dieser Waffenstillstand, diese Rast, die Atempause ist die Verbildlichung des absurden Glücks im Denken Camus’: Wir können unsere absurde Existenz nicht überwinden, unser Glück besteht nur als kurzfristige Pause von dieser Absurdität. Die absurden Menschen – also die Menschen, die die Absurdität akzeptieren und einen Umgang mit ihr finden – richten sich in der melancholischen Vorläufigkeit ein – und das nicht nur in der Krise. An dieser Stelle findet wieder die Vermischung der metaphysischen und zeitgeschichtlichen Ebene statt: Die metaphysische Sinnlosigkeit wird in manchen Momenten besonders deutlich, ist aber eine generelle. Camus ist so gesehen immer im „Krisenmodus“ – die Normalität ist die Absurdität. Das Glück sind die Pausen von der Sinnlosigkeit. In diesem Sinn ist „Die Pest“ nicht „das Stück der Stunde“, sondern ein Zeugnis dessen, wie nach Camus das Leben immer schon ist, was sich aber in diesem Moment besonders zeigt. Die Krise ist vielmehr das Offenbarwerden dessen, was das Leben ganz grundsätzlich und nicht nur zeitweise absurd macht. Diese Differenzierung ist nicht unerheblich – Camus dreht den Spieß um: Nicht die Krise ist die Ausnahme, sondern die Krise ist der Normalzustand. Gewissermaßen offenbart sich in der Krise das, was das Leben immer schon ist: eine Absurdität. Wir können dieser Absurdität starke Einheitserfahrungen entgegensetzen, kehren aber immer wieder zur Kluft zwischen Sinnlosigkeit und Sinnhaftigkeit, zur Absurdität zurück.

Hätte das Leid einen Sinn, wäre es nicht das Leid

Für Camus ist unser Leben das des Sisyphos, das sich in seiner nicht endenden Wiederholung auf unabsehbare Zeit abspielt. Wir dürfen hoffen, dass sich unser Leben bald wieder „normalisieren“ wird, aber dieses „normal“ ist ebenso absurd, auch wenn es vielleicht weniger an die Oberfläche kommt. Es gibt kein „Happy End“ für Camus und darin darf man ihn guten Gewissens als fatalistisch bezeichnen. Doch steckt in seinen Aussagen auch viel Intuitiv-Realistisches: Glück ist gut, Leiden ist schlecht. Davon ausgehend versucht er Handlungsspielräume zu erschließen. Camus sträubt sich dagegen, Leid in Sinn zu überführen: Er lehnt es ab, Sinn aus Geschichten von schwierigen Zeiten, von Krankheit, von Leiden, zu ziehen. Er wehrt sich gegen ein Narrativ, das uns sagt, dass uns diese Zeiten erst erkennen lassen, was Glück ist und wie schön unser Leben doch eigentlich ist. Das Leiden lehrt uns nichts, es lehrt uns nur die Erfahrung der Sinnlosigkeit des Leidens selbst. Das bedeutet auch, dass wir mit Camus nicht sagen können: „Am Ende waren schwere Zeiten doch für etwas gut“ (z.B. für den Fortschritt oder für eine persönliche Erfahrung). Mit Camus können wir nur sagen: Wir haben es zur nächsten melancholischen Rast, zum nächsten Waffenstillstand geschafft – bald müssen wir den Stein wieder den Berg hinaufrollen. Es wäre schöner gewesen, hätten wir das Jahr 2020 sorglos und in Freude verbracht – so einfach ist seine Nachricht. Oder um es mit Camus’ Worten zu sagen:

„Im schwärzesten Nihilismus unserer Zeit suchte ich nur Gründe, ihn zu überwinden. Übrigens nicht aus Tugend noch aus einer seltenen Seelengröße heraus, sondern aus instinktiver Treue zu jenem Licht, in dem ich geboren wurde und in welchem seit Jahrtausenden die Menschen gelernt haben, das Leben zu bejahen bis in seine Leiden hinein.“[38]

Auch hier sieht man die Art der „Überwindung“ des Nihilismus: Es ist die Erfahrung des Lichts, des Sinns und der Einheit, aus der heraus Camus eine Lebensbejahung skizziert. Aus diesem zunächst so banalen Verlangen nach Licht zieht Camus seine Hoffnung: Genauso absolut, genauso stark wie die Sinnlosigkeit sind auch die Momente des Lichts, der Einheit, der Übereinkunft, des Glücks. Sie stehen als Pol in unserem Leben der Sinnlosigkeit, dem Leiden entgegen. Sie überwiegen es nicht, sie überwinden es nicht endgültig, aber sie „überkommen“ es für einen Moment. Sie sind immer nur zeitweise, immer nur situativ und vergänglich – aber ebenso real wie die sinnlose Welt. Tarrou und Rieux, die schon vorher genannten Figuren aus „Die Pest“, besprechen eben diesen Umstand in einem Dialog über die Gründe Rieux‘, weiter gegen die Pest zu kämpfen:

„Ja“, stimmte ihm Tarrou zu, „ich verstehe. Nur werden Ihre Siege immer vorläufig bleiben, das ist alles.“
Rieux Gesicht schien sich zu verdüstern.
„Immer, ich weiß. Das ist kein Grund, den Kampf aufzugeben.“[39]

Unsere „Siege“ gegen das Virus, gegen das Leid oder auch für unser Glück werden laut Camus immer vorläufig, immer nur zeitweise sein. Es sind Waffenstillstände, Momente der Rast, Momente des Aufatmens. Es gibt Gründe zu hoffen, dass uns der Impfstoff eine solche Pause verschaffen wird. Bis es soweit ist, müssen wir darauf achten, das Virus einzudämmen und wie Sisyphos zwischenzeitlich nach Möglichkeiten des melancholischen Waffenstillstands suchen.

Literatur

Primärliteratur:
Camus, Albert: L’Étranger, Stuttgart: Reclam, 2017.
Camus, Albert: Der Fremde, 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977.
Camus, Albert: Der Fremde, 75. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2018.
Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, 19. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014.
Camus, Albert: Die Pest, 5. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979.
Camus, Albert: Das Rätsel, in: Hochzeit des Lichts, 4. Aufl., Zürich/Hamburg: Arche, 2013.
Camus, Albert: Der Mensch in der Revolte, 31. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2016.
Welte, Bernhard: Das Licht des Nichts. Von der Möglichkeit neuer religiöser Erfahrung, hrsg. v. Zaborowski, Holger. Kevelaer: topos plus, 2015.

Sekundärliteratur:
Buxton, Richard: Das große Buch der griechischen Mythologie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005.
Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus’ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf 1983.
Lowsky, Martin:„Albert Camus, La Peste“, in: Königs Erläuterungen, Band 165, Hollfeld: Bange, 2017.
Pechtl, Josef: „Kraft und Güte. Albert Camus‘ Spannungsdenken als seine Antwort auf die Herausforderungen des Nihilismus“, in: Studien der Moraltheologie, Band 7, hrsg. v. Autiero, Antonio und Römelt, Josef, Münster: LIT, 1998.
Radisch, Iris: Camus. Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie, 3. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2018.

Zeitungsartikel:
Lamparth, Birgitta: „Eingesperrt mit der Seuche. Ist Albert Camus’ ‚Die Pest‘ das Stück der Stunde? Erschreckende Parallelen am Wiesbadener Theater“, in: Wiesbadener Kurier (26.10.2020), Nr. 0, 76. Jahrgang, S. 8.

Internetquellen:
Breitbach, Verena: „Was hat uns Albert Camus Werk ‚Die Pest‘ in der aktuellen Krise zu sagen?“ (online): https://idw-online.de/de/news745492 (abgerufen am: 24.11.2020).
Deutsche Presse Agentur (dpa): „Rowohlt druckt 90. Auflage von ‚Die Pest‘ von Albert Camus“ (Online): https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-frankfurt-am-main-rowohlt-druckt-90-auflage-von-die-pest-von-albert-camus-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200323-99-442702 (abgerufen am: 24.11.2020).
SWR-Beitrag: „Warum ‚Die Pest‘ von Albert Camus in Zeiten der Corona-Pandemie neu entdeckt wird“, in SWR (online): https://www.swr.de/swr2/literatur/warum-die-pest-von-albert-camus-in-zeiten-der-corona-pandemie-neu-entdeckt-wird-100.html (abgerufen am: 23.11.2020).

© Robin Wehe

Robin Wehe, M.A. studierte Ökonomie und Sozialwissenschaften in Bozen und Florenz sowie Interkulturelle Philosophie und Musik in Hildesheim. Seit 2020 ist er Wiss. Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph).


[1] Camus, Albert: Der Fremde, 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977, S. 122.
[2] Vgl. z.B.: SWR-Beitrag: „Warum ‚Die Pest‘ von Albert Camus in Zeiten der Corona-Pandemie neu entdeckt wird“, in SWR (online): https://www.swr.de/swr2/literatur/warum-die-pest-von-albert-camus-in-zeiten-der-corona-pandemie-neu-entdeckt-wird-100.html (abgerufen am: 23.11.2020).
[3] Radisch, Iris: Camus. Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie, 3. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2018, S. 228. Siehe auch die unterschiedlichen „Standardinterpretationen“: „realistischer Roman“, „allegorischer Roman“, „philosophischer Roman“ oder „Liebesroman“ in: Lowsky, Martin:„Albert Camus, La Peste“, in: Königs Erläuterungen, Band 165, Hollfeld: Bange, 2017, S. 94 ff.
[4] Radisch, Iris: Camus. Das Ideal der Einfachheit, S. 22.
[5] Lamparth, Birgitta: „Eingesperrt mit der Seuche. Ist Albert Camus‘ ‚Die Pest‘ das Stück der Stunde? Erschreckende Parallelen am Wiesbadener Theater“, in: Wiesbadener Kurier (26.10.2020), Nr. 0, 76. Jahrgang, S. 8.
[6] „Die Pest“ wurde vielseitig zum „Buch der Stunde“ ausgerufen. Vgl. z.B. Breitbach, Verena: „Was hat uns Albert Camus Werk ‚Die Pest‘ in der aktuellen Krise zu sagen?“ (online): https://idw-online.de/de/news745492 (abgerufen am: 24.11.2020).
[7]  Vgl. Deutsche Presse Agentur (dpa): „Rowohlt druckt 90. Auflage von ‚Die Pest‘ von Albert Camus“ (Online): https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-frankfurt-am-main-rowohlt-druckt-90-auflage-von-die-pest-von-albert-camus-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200323-99-442702 (abgerufen am: 24.11.2020).
[8] Vgl. hierzu: https://www.instagram.com/p/B-eQL_kihiV/?utm_source=ig_embed (abgerufen am: 24.11.2020).
[9] Camus, Albert: Die Pest, S. 35.
[10] Camus, Albert: Die Pest, S. 30.
[11] Camus, Albert: Die Pest, S. 79.
[12] Pechtl, Josef: „Kraft und Güte. Albert Camus‘ Spannungsdenken als seine Antwort auf die Herausforderungen des Nihilismus“, in: Studien der Moraltheologie, Band 7, hrsg. v. Autiero, Antonio und Römelt, Josef, Münster: LIT, 1998.
[13] Es sei angemerkt, dass ich hier eine Interpretationsweise Camus‘ nahelege, die dem Werk Camus‘ eine kontinuierliche Struktur unterstellt, die sich durch sein komplettes Werk zieht. Vgl. hierzu: Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus‘ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf: 1983, S. 2. Andere Theorien teilen Camus’ Werk in zwei Begriffspaare ein: Der „frühe“ Camus beschäftigt sich dabei mit der Absurdität, der „späte“ mit dem Begriff der Revolte (vgl. ebd., S. 1).
[14] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus‘ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf: 1983, S. 1f.
[15] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung, S. 14f.
[16] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung, S. 35.
[17] Dieser These geht beispielsweise Bernhard Welte nach: Vgl. hierzu: Welte, Bernhard: Das Licht des Nichts. Von der Möglichkeit neuer religiöser Erfahrung, hrsg. v. Zaborowski, Holger, Kevelaer: topos plus, 2015).
[18] Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, 19. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014, S. 15.
[19] Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, S. 15.
[20] Camus, Albert: Der Mensch in der Revolte, 31. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2016, S. 13f.
[21] „Dieser Essay stellt sich die Aufgabe, angesichts des Mordes und des Protestes eine Überlegung, ausgehend vom Selbstmord und dem Begriff des Absurden, weiterzudenken.“ (Camus, Albert: Der Mensch in der Revolte, S. 15).
[22] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus‘ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf: 1983, S. 27.
[23] Der Sisyphos wurde laut der griechischen Mythologie von den Göttern verurteilt, einen Stein einen Berg hinaufzurollen, damit dieser kurz vor dem Gipfel wieder herunterrollt und Sisyphos von vorne beginnen muss. (Buxton, Richard: Das große Buch der griechischen Mythologie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, S. 89).
[24] Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, 19. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014, S. 26.
[25] Camus, Albert: Die Pest. 5, Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979, S. 113.
[26] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus‘ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf: 1983, S. 39. Lauble unterteilt die Grundfiguren noch weiter in insgesamt vier Kategorien, die hier aber aufgrund des begrenzten Rahmens auf zwei Figuren reduziert wurden, die wiederum das gemeinsame Element der vier darstellen. Die zwei weiteren Kategorien (die Liebe und das künstlerische Schaffen) haben in ihrer Form der Einheitserfahrung ebenfalls entweder einen Aspekt der sinnlichen Verbundenheit (Liebe) oder einen der Verbundenheit in der gemeinsamen Auflehnung (künstlerisches Schaffen).
[27] Es sind leider nur männliche Akteure, weshalb hier die maskuline Form verwendet wird.
[28] Vgl. hierzu z.B.: Camus, Albert: Die Pest, 5. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979, S. 85.
[29] Camus, Albert: Die Pest, S. 169.
[30] Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, 19. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014, S. 42.
[31] Lauble, Michael: Sinnverlangen und Welterfahrung. Albert Camus‘ Philosophie der Endlichkeit. Dissertation zur Erlangung des theologischen Doktorgrades beim Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Düsseldorf: 1983, S. 19.
[32] Für den Begriff des Aufatmens vgl. Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos, 19. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2014, S. 143, für die Rast bzw. den Waffenstillstand Camus, Albert: Der Fremde, 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977, S. 19, bzw. S. 122.
[33] Camus, Albert: Der Fremde. 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977, S. 143.
[34] Camus, Albert: Die Pest. 5. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979, S. 167.
[35] Vgl. deutsche Version: Camus, Albert: Der Fremde, 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977, S. 19 und S. 122. Vgl. französische Version: Camus, Albert: L’Étranger, Stuttgart: Reclam, 2017, S. 18 und S. 141.
[36] Vgl. deutsche Version: Camus, Albert: Der Fremde, 4. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1977, S. 19 und S. 122. Vgl. französische Version: Camus, Albert: L’Étranger, Stuttgart: Reclam, 2017, S. 18 und S. 141.
[37] Camus, Albert: Der Fremde, 75. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2018,S. 23 und S. 159.
[38] Camus, Albert: Das Rätsel, in: Hochzeit des Lichts, 4. Aufl., Zürich/Hamburg: Arche, 2013, S. 135.
[39] Camus, Albert: Die Pest, 5. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979, S. 85.

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