Philosophie am Kröpcke: Was ist der Mensch? (Teil 2)

Hannover, Kröpcke-Uhr

Philosophie – eine Wissenschaft im Elfenbeinturm? Weit gefehlt! Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was der Mann (und die Frau) von der Straße von den philosophischen Inhalten, die im Institut erforscht werden, hält und weiß. Pünktlich zu jeder Ausgabe des fiph-Journal führen wir dementsprechend eine streng wissenschaftlich kontrollierte Studie durch: Wir schreiten zum Kröpcke, der Agora Hannovers, mit Digitalkamera und Aufnahmegerät bewaffnet, und stellen allen Passanten, die uns über den Weg laufen, dieselbe Frage. Auf den Spuren des Sokrates, aber bar jeder Ironie.
In Erinnerung an die vierte und abschließende Frage des großen Weltweisen aus Königsberg wollten wir diesmal von den Hannoveranern (und anderen) wissen: „Was ist der Mensch?“ Auszüge aus den profunden Antworten lesen Sie hier …

fiph: Wir würden gern von Ihnen wissen: Was ist der Mensch?
Stephan: Was ist der Mensch? … Oh, das ist eine gute Frage. Was ist der Mensch? (Lange Denkpause) Der Mensch, würde ich sagen, ist eigentlich das Individuum, das auf der Erde am meisten geschaffen hat und auch noch weiter schaut für die nächsten Generationen: Forschung, Technik. Ich sage mal, es ist ja nie, dass es irgendwo zum Stillstand kommt, es geht ja immer weiter.
fiph: Und Tiere schaffen nichts?
Stephan: Andere Tiere auch, na klar! Der Mensch ist ja im Prinzip … vom Affen ab entstanden. Und dann als Mensch mit dem aufrechten Gang und mit der ganzen Entwicklung, sag ich mal, mit der Entwicklung der Erde …
fiph: Würden Sie sagen, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist?
Passant: Die Krone der Schöpfung?
fiph: Ja, hat man mal gesagt früher.
Stephan: (ein wenig ratlos) Kann ich so nicht beurteilen.
fiph: Sind wir anderen Tieren überlegen?
Stephan: Also, das auf jeden Fall. Aber es soll ja angeblich auch noch Leben auf andern Planeten geben, die ganzen Außerirdischen. Ich denke mal schon, dass da was auch mit dran ist, dass wir nicht die Einzigen sind auf den Planeten.
fiph: Und dann würden Sie es offen lassen, ob die eventuell mehr können als wir?
Stephan: Ja.

fiph: Was ist der Mensch?
Paul: Der Mensch…der Mensch…ein Lebewesen.
fiph: Und was zeichnet ihn aus, im Vergleich zu anderen Lebewesen?
Paul: Dass wir denken. Er kann gehen auf zwei Füßen und er hat Haut, also… keine Haare, so wie Tiere oder so was.
fiph: Na, ein paar haben Sie da auch …, aber viel an Fell haben wir nicht.
Chen: Wir sind einfach intelligenter.
fiph: Und Tiere haben keine Intelligenz?
Chen: Doch, aber nicht den IQ von uns.
fiph: Man hat ja früher gesagt, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Meinen Sie, dass das stimmt?
Chen: Ich glaub daran nicht.
Paul: Ich auch nicht.
fiph: Was spricht dagegen?
Paul: Dummheit, Fehler, die Menschen machen. Krieg … und alles teurer machen. Und man denkt irgendwie…nur noch an Reichtum, nicht an die Armen, die immer mehr Flaschen sammeln und so was, und dagegen sollte auch mal was gemacht werden, find ich. Also auch jetzt für uns Jüngere mit Ausbildungsplätzen und so, ist auch Scheiße im Moment.
fiph: Sie würden sagen, die Menschen gehen nicht gut miteinander um?
Chen: Genau. Also sagen wir mal so, in Deutschland ist das nicht so. In andern Ländern … zum Beispiel in Spanien, da hilft man sich untereinander. In Deutschland denkt man mehr an sich als an die Mitmenschen.

fiph: What is man?
Steven: Man? Oh my god.
fiph: What makes us distinct from other animals?
Steven: The order of the atoms … And the conscience. It makes us realize, that we are men.
fiph: Do you think that animals do not know that they are animals?
Steven: I do not think so – not in the way we know that we are men.
Craig: I do not think animals realize their own independent nature or being. Maybe they are more still in the way of nature … within nature, while we have created something beyond which is unnatural.
fiph: So do you think we have a distance from nature?
Craig: Yes. We have created a distance from nature, because of the manifestation of our own self-awareness which is unnatural. It goes against the order which we are supposed to be in.
fiph: Would you agree that man is the crown of creation?
Craig: The crown of … creation … of destruction perhaps.
fiph: Thank you!

(Die Namen der Befragten wurden von der Redaktion geändert.)

Interviews: Eike Bohlken und Solveig Schurig

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