InDebate: Hannover – erste autofreie Stadt Deutschlands!

Klimaweisen-Rat unterstützt Forderung von FridaysForFuture

Bernd Schwabe [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Jürgen Manemann

Die ökologische Krise, in der wir uns befinden, ist verursacht durch eine gestörte Weltbeziehung, deren Ausdruck Entfremdung ist. Der Soziologe Hartmut Rosa hat diese Zusammenhänge scharfsinnig analysiert. Entfremdung ist das „Gefühl, dass die Welt ihre Bedeutung verloren hat, dass sie blass und grau geworden ist. Dass mich nichts mehr berührt.“ Der Gegenbegriff zu dieser Weltbeziehung ist Resonanz: „berührt werden, […] die Welt erreichen können. Nicht verschlossen, sondern offen sein.“[1] Eine resonante Weltbeziehung gelingt uns immer weniger. Deutlich spüren wir das in unseren Städten. In einem Interview wurde der zurzeit wohl einflussreichste Stadtplaner, Jan Gehl, gefragt, woran man die Lebensqualität einer Stadt erkenne. Seine Antwort: „Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt.“[2]

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InDebate: Klimanotstand – jetzt!

M. Bode

Jürgen Manemann

„Klimanotstand“ – was heißt das eigentlich? Der Begriff steht für einen Bewusstseinswandel. Wer den Klimanotstand ausruft, anerkennt, dass er/sie sich nicht in einer Situation einer Krise, sondern in der Situation einer Katastrophe befindet. Nur eine Katastrophe legitimiert die Ausrufung eines Notstandes. Mit der Ausrufung des Notstandes geht deshalb das Bekenntnis einher, dass die Katastrophe nicht etwas ist, das in der Zukunft droht, sondern dass wir uns schon in der Situation einer Katastrophe befinden. Durch das rapide Artensterben verschwinden nicht nur viele Tier- und Pflanzenarten für immer. Mit diesem Aussterben sind die Lebensgrundlagen aller Lebewesen bedroht. Die Ausrufung des Klimanotstandes als symbolischer Akt verleiht der Katastrophe eine sinnbildhafte Repräsentanz. Der Klimanotstand avanciert somit zu einem Instrument, die Katastrophe auf der politischen Ebene sinnlich erfahrbar werden zu lassen.

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Schwerpunktbeitrag: „We love death“ – Jihadism and nihilism

Manemann, Foto

Jürgen Manemann

Something goes wrong…
Welcome to my world
full of hate and blood
I am writing lines for my kids with blood
In a world nobody knows what the day to come brings
Children’s souls cry quietly when the Black angel sings

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InDebate: Der Philosophenkönig Peter Sloterdijk. Zum aktuellen Philosophenstreit

Peter Sloterdijk By Rainer Lück https://1RL.de - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7325682

Peter Sloterdijk
By Rainer Lück https://1RL.de – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7325682

Jürgen Manemann

Der Philosoph Peter Sloterdijk sieht seine Zeit gekommen. Der Denker in dürftiger Zeit schaltet sich in die große Politik ein und fordert nichts weniger als eine Revolution. Schon seit geraumer Zeit hält er Ausschau nach einer „neue(n) Generation von Politikern“, die sich mit visionären Antrieben aufladen, um „große Politik“ zu machen. Mit der Alternative für Deutschland (AfD) scheint der Kairos da zu sein. „Große Politik“ basiere auf dem Gespür für die Macht des Schicksals. Sloterdijk, der Seher, experimentiert damit, Stifter oder Medium einer gegenreligiösen Weltanschauung zu sein. Und nicht nur das: Er versteht seine Philosophie als einen Beitrag zu einer „Loskettungspraxis“, und derjenige, der Ketten löse, sei der Erlöser. Weiterlesen