In Debate: Kunst, KI, Kant und NFT: Wie geht das zusammen?

Dorothea Winter

NFT. An diesen drei Buchstaben kommt man zurzeit nicht vorbei. NFTs – Non-fungible Tokens, das sind nicht-austauschbare Token, die einen bestimmten Gegenstand in einer Blockchain repräsentieren. Ähnlich zu Kryptowährungen wie Bitcoin. Nur im Unterschied zu diesen sind NFTs einmalig und nicht teilbar. Das bedeutet, dass sie nur einmalig erworben werden können und auch nur ein einziges Mal existieren. Sie werden nicht nur für Millionen bei dem Auktionshaus Christie’s versteigert, sondern seit kurzem auch für den kleineren Geldbeutel auf einem eigenen Marktplatz, wie etwa des Videospielhändlers Gamestop angeboten. Das Missachten der Auktionsbedingungen seiner NFT-Kunst stellt in der Causa Fynn Kliemann den jüngsten Vorwurf gegen diesen dar. Und nicht zuletzt: NFT wurde zum Wort des Jahres 2021 des vielbeachteten Collins Dictionary gewählt. Wie gesagt: NFTs sind überall.
Doch viele Expert*innen des Kunstbetriebs gehen bereits einen Schritt weiter. Sie sehen in der Hochzeit zwischen NFT und Künstlicher Intelligenz (KI) jenen entscheidenden Schritt, der KI künstlerische Individualität zu verleihen vermag: Die digitale Signatur wird zum unverwechselbaren Pinselstrich des künstlichen Kunstschaffenden. Ist dieser Optimismus berechtigt?

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InDepth – shortread: Epistemic extortion, between epistemic obligation and political duty

Blas Radi

The growing field of political epistemology has proved fertile for reflecting on how to understand the relationship between epistemic and social positions, raising challenging questions about the intersection of social identities, epistemic norms and structural privilege. In doing so, it has illuminated both social aspects of knowledge and cognitive aspects of society (Broncano, 2020). Along these lines, in this brief essay I wish to contribute to the field by offering the concept of „epistemic extortion“. As I understand it, epistemic extortion takes the form of a dilemma experienced by vulnerabilized groups whenever they are forced to choose between experiencing the harms of epistemic exploitation or the negative consequences of not doing so.

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In Debate: Überstimmen und untergraben

Vom ›Gendern‹ und der Unumkehrbarkeit sozialen Wandels

Robert Ziegelmann M.A.

Neulich beim Elternsprechtag berichtete mir die Lehrerin, dass die Schüler regelmäßig den Unterricht störten. Verwundert fragte ich, wie es komme, dass nur die Schüler störten, und nicht auch die Schülerinnen. Tatsächlich war es aber ein Missverständnis. Wie die Lehrerin mir erklärte, waren die Schülerinnen im Ausdruck ›Schüler‹ »mitgemeint«. Zuerst war ich erleichtert. Alle störten den Unterricht, also war wohl doch keine Gender-Indoktrinierung zu befürchten. Dann aber wich meine Erleichterung erneuter Empörung. Wenn die Lehrerin nicht nur die als männlich definierten Kinder gemeint hatte, warum hatte sie dann nicht die sprachlich eindeutige Form ›Schüler*innen‹ benutzt? Wozu diese unnötige Konfusion – und das von einer Deutschlehrerin!

Vor einer Weile schrieb ich eine Parodie, die seitenlang so weiterging.

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In Debate: The Return of History

Moira Pérez PhD

“Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand in dem wir leben, die Regel ist. Wir müssen zu einem Begriff der Geschichte kommen, der dem entspricht.”

Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, These VIII.

On March 2022, a few days after the first strikes of the Russian army on Ukrainian territory began, Time Magazine published a special issue on the topic with the title “The Return of History”, subtitled “How Putin Shattered Europe’s Dreams”. As a backdrop, the cover featured a full-page, almost black and white photograph of a military tank with six soldiers looking straight into the camera. Although the phrase was most likely meant metaphorically and is obviously hyperbolic, the cover did express what seemed to be a widespread sentiment: something important had changed, and (Western) Europe was confronted with a reality it had deemed long gone, or at least, safely restrained.
For those of us attentive to discourses around history, however, this cover – as many comments and declarations by analysts, journalists and politicians which followed a similar pattern – tapped into fundamental questions about how events are framed in specific temporal and spatial narratives.

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