InDebate: Essen als Welterschließung

Mit Hannah Arendt zu einer Politik des Essens?

Katalin Kuse

Als Gastrosophie bezeichnet der Philosoph Harald Lemke eine Philosophie, die sich auf eine der lustvollsten Notwendigkeiten unseres Lebens richtet: das Essen. Wenn ich morgens ein Marmeladenbrötchen schmiere, mich im Laden für den Fairtrade-Kaffee entscheide, trete ich dabei mit der Welt in Kontakt. Ich verleibe sie mir ein, ich gestalte Machtverhältnisse oder schaffe Räume für gegenseitigen Austausch und Diskussion.

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InDebate: Suffizienz und Unternehmensverantwortung

(c) privat

Andri König

Nachhaltige Entwicklung ist und bleibt ein Dauerthema. Die globale Klimabewegung veranschaulicht das aktuell wohl am deutlichsten. Der anthropogene Klimawandel stellt eine immense Bedrohung für die Möglichkeit auf ein gutes Leben heutiger wie zukünftiger Menschen dar. Diese Möglichkeit sicherzustellen, ist das erklärte Ziel Nachhaltiger Entwicklung (WCED 1987) und die Bekämpfung des Klimawandels somit eines ihrer Hauptanliegen. Wirksame Handlungen aller Akteure — der Politik sowie Wirtschaft und Gesellschaft — sind dringend geboten.

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InDebate: Hannover – erste autofreie Stadt Deutschlands!

Klimaweisen-Rat unterstützt Forderung von FridaysForFuture

Bernd Schwabe [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Jürgen Manemann

Die ökologische Krise, in der wir uns befinden, ist verursacht durch eine gestörte Weltbeziehung, deren Ausdruck Entfremdung ist. Der Soziologe Hartmut Rosa hat diese Zusammenhänge scharfsinnig analysiert. Entfremdung ist das „Gefühl, dass die Welt ihre Bedeutung verloren hat, dass sie blass und grau geworden ist. Dass mich nichts mehr berührt.“ Der Gegenbegriff zu dieser Weltbeziehung ist Resonanz: „berührt werden, […] die Welt erreichen können. Nicht verschlossen, sondern offen sein.“[1] Eine resonante Weltbeziehung gelingt uns immer weniger. Deutlich spüren wir das in unseren Städten. In einem Interview wurde der zurzeit wohl einflussreichste Stadtplaner, Jan Gehl, gefragt, woran man die Lebensqualität einer Stadt erkenne. Seine Antwort: „Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt.“[2]

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InDebate: Emanzipation fehlgeschlagen: Wieso Feminismus nicht reicht

Lisz Hirn

Die ungleiche Situation von Mann und Frau ist ein alter Hut. Sie bestand schon lange, bevor die französische Philosophin Simone de Beauvoir 1949 ihr Grundlagenwerk »Das andere Geschlecht« veröffentlichte. Ihr erklärtes Ziel war damals, die Ursachen dieser Ungleichbehandlung zu analysieren, um die Frauen aus diesem Teufelskreis zu befreien. Die Philosophin diagnostizierte seinerzeit, dass diese Welt immer den Männern gehört habe und noch immer gehöre. Beauvoirs Buch zeigt akribisch, dass sich patriarchale Strukturen an nahezu allen Orten unseres Lebens finden lassen und wie sie sich bemühen, die Unterdrückung zu halten.

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