InDebate: Darf sich Kunst alles erlauben?

Dominik Hammer/Jürgen Manemann

 

Kunstfreiheit ist ein Grundrecht. Daher darf sich die Kunst, rechtlich betrachtet, (fast) alles erlauben.  Von der Kunstfreiheit geschützt wird jede Äußerung, die sich unter den sogenannten „offenen Kunstbegriff“ fassen lässt. Dieser sieht das Merkmal der Kunst darin, dass Kunst das ist, was der Künstler als Kunst bezeichnet. Kunst muss aber auch einer fortgesetzten Interpretation zugänglich sein und darf sich nicht auf schnell verständliche, eindeutige Aussagen beschränken. Nicht nur die Freiheit der Kunst wird also weit gefasst, sondern auch der Kunstbegriff. Und das ist gut so. Kunst lebt von ihrer radikalen, für Bürgerinnen und Bürger oft schwer erträglichen Freiheit. Sie muss über die Maße provokant sein dürfen. Weiterlesen

InDebate: Mitten im Winter habe ich erfahren, daß es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.

Liebe Blogger-Freundinnen und Freunde,

in der Weihnachtswoche möchten wir Euch bitten, uns Eure Kommentare, Fragen, Reaktionen o.ä auf folgendes Zitat des Philosophen Albert Camus zu senden:

„Mitten im Winter habe ich erfahren, daß es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“

 

Schwerpunktbeitrag: Schelling über die Liebe zum Bösen

Henning Tegtmeyer

Wie erklärt man die Liebe zum Bösen, also die kaum zu leugnende Tatsache, dass manche Menschen freiwillig Böses tun? Diese Tatsache stellt uns vor ein unvermeidliches philosophisches Dilemma. Denn einerseits gehört Freiwilligkeit zum Begriff des bösen Handelns. Nun handelt eine Person im vollen Sinn freiwillig nur dann, wenn sie das, was sie tut, gerne tut oder liebt – sei es um seiner selbst willen oder wegen seiner erwarteten oder erhofften Folgen. Damit scheint die Rede von der Möglichkeit einer Liebe zum Bösen einen guten Sinn zu haben. Andererseits aber scheint eine solche Liebe vollkommen unverständlich, da man nur das lieben kann, was gut ist oder was man wenigstens für gut hält. So betrachtet erscheint Liebe zum Bösen als in sich unsinnig und widersprüchlich. Das ist das Dilemma: Liebe zum Bösen scheint zugleich etwas Wirkliches und dennoch unmöglich zu sein wie ein rundes Quadrat. Weiterlesen

Philosophie am Kröpcke: Was ist Zeit? (Teil 1)

Hannover, Kröpcke-Uhr

Philosophie – eine Wissenschaft im Elfenbeinturm? Weit gefehlt! Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was der Mann (und die Frau) von der Straße von den philosophischen Inhalten, die am Institut erforscht werden, weiß und hält. Pünktlich zu jeder Ausgabe des fiph-Journals führen wir dementsprechend eine streng wissenschaftlich kontrollierte Studie durch: Wir schreiten zum Kröpcke, der Agora Hannovers, mit Digitalkamera und Aufnahmegerät bewaffnet, und stellen allen Passanten, die nicht schnell genug flüchten, dieselbe Frage. Auf den Spuren des Sokrates, aber bar jeder Ironie. Ganz ohne ethisch-politische Hintergründe wollten wir den Hannoveranern/innen einmal in existenzieller Hinsicht auf den Zahn fühlen und wissen, was ihnen zum Thema Zeit einfällt. Auszüge aus den profunden Antworten lesen Sie hier … Weiterlesen