InDebate: Zum Potential der Debatte um „das Politische“ für ein demokratisches politisches Subjekt

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Anastasiya Kasko

Etablierte Konzeptionen des demos stehen zunehmend im Zentrum politischer Kontroversen. Die ohnehin bestehende Problematik der Unterschiede an sozialer, politischer und wirtschaftlicher Teilhabe wird durch jüngere Entwicklungen noch verschärft: internationale Migration nimmt zu, transnational agierende Konzerne erweitern ihre Einflussbereiche, Probleme im Bereich der Ökologie und des Umweltschutzes verschärfen sich. Diese Entwicklungen stellen die etablierten Konzeptionen des demos bzw. des politischen Subjekts vor Schwierigkeiten, die diese nicht adäquat bearbeiten können. Stattdessen werden Menschen aufgrund des ihnen von Institutionen zugeschriebenen Status (als Geflüchtete, Asylsuchende oder anders definierte Nicht-Bürger_innen) ausgegrenzt und marginalisiert. Als Gegenvorschlag, der dieser Problematik entgegentritt, will ich eine machttheoretisch basierte Theorie des demokratisch verfassten politischen Handlungssubjekts formulieren, die das politische Zusammenleben und die Teilnahme am Alltag der Zivilgesellschaft grundlegend für die Entstehung politischer Subjektivität betrachtet. Dabei bediene ich mich des Vokabulars und der Denkweise des „Politischen“. Das Vokabular des Politischen, so werde ich zeigen, gibt uns einen Begriffsapparat an die Hand, der helfen kann, über die Herausforderungen politischer Zugehörigkeit am Beginn des 21. Jahrhundert nachzudenken. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Robuste Gelassenheit in Zeiten des Fundamentalismus – Zur Aktualität von Richard Rortys religionspolitischem Pragmatismus

Martin Müller

  1. Religionspolitischer Pragmatismus als Antwort auf die Herausforderung des Fundamentalismus:

Weltweit ist ein Erstarken fundamentalistischer Religionsformen zu beobachten. In Europa sind es dabei vor allem Islamisten, die unsere liberale Kultur der Freiheit und Toleranz bedrohen. Die Terroranschläge einer kleinen Minderheit militanter Islamisten sind dabei nur die (spektakuläre) Spitze des Eisbergs. Wie sollen säkulare Bürger auf die fundamentalistische Herausforderung reagieren, ohne dabei selbst in eine antiliberale Haltung gegenüber der Religion im Allgemeinen und dem Islam im Besonderen zu verfallen? Im Anschluss an den Denkweg des amerikanischen Philosophen Richard Rorty vom Atheismus zu einem religionspolitischen Pragmatismus lautet die Antwort auf diese drängende Frage: robuste Gelassenheit. Weiterlesen