Schwerpunktbeitrag: Anerkennung und Toleranz

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Rainer Forst

Toleranz sollte nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.

Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Reflexionen

Goethes Diktum ist paradigmatisch für eine gängige Kritik des Begriffs der Toleranz: Im Tolerieren, dem Dulden des Anderen, stecke eine Geringschätzung seiner; Toleranz sei eine strategische, herablassende (Kant spricht vom „hoch­müthi­gen Namen der Toleranz“) oder gar (wie Marcuse meinte) repressive Haltung, in der der Andere nicht wirklich, nicht im eigentlichen Sinne anerkannt werde. Weiterlesen