Schwerpunktbeitrag: Das zweifelnde Selbst im Pragmatismus

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Heidi Salaverría

Der Pragmatismus verabschiedet sich von der traditionellen philosophischen Suche nach Gewissheit. Um zu Gewissheiten zu gelangen, muss das Denken daran glauben, zu einem Abschluss gelangen zu können. Diese Annahme bedarf immer einer Art Gesetz, welches die Gewissheit des Abschlusses garantiert. Der Pragmatismus artikuliert jedoch Zweifel an der Haltbarkeit philosophischer Gesetze. Er schlägt daher eine andere Suchrichtung vor: Wie wäre es, von Neuanfängen und Verbesserungen statt von Abschlüssen auszugehen? Aus dieser Perspektive heraus fragt der Pragmatismus nach den Handlungsmöglichkeiten des Selbst innerhalb ungewisser, d.h. fragwürdiger Rahmenbedingungen. Die kompromisslose Zukunftsorientiertheit seines Denkens und die Rückbindung an alltägliche Lebensvollzüge, insbesondere bei John Dewey, sind dem Pragmatismus immer wieder als unkritischer Optimismus ausgelegt und vorgeworfen worden. Dabei wird jedoch übersehen, dass eines seiner Hauptmotive eine Absage an jede Form autoritären Denkens ist. Weiterlesen