Schwerpunktbeitrag: Der integrative Charakter der philosophischen Anthropologie

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Eike Bohlken

Die philosophische Anthropologie führte nach dem Zweiten Weltkrieg lange ein Schattendasein innerhalb der Philosophie. Erst in den letzten Jahren ist ihr wieder verstärkte Aufmerksamkeit zuteil geworden. Der Grund für diese Renaissance kann unter anderem darin gesehen werden, dass sich mit den Ergebnissen der Hirnforschung und der so genannten Lebenswissenschaften die Frage nach dem Wesen oder der Natur des Menschen für viele neu zu stellen scheint – Fragen, die traditionell in den Aufgabenbereich der philosophischen Anthropologie fallen. Ausgehend von dieser Diagnose möchte ich im Folgenden einige Überlegungen zur Stellung der philosophischen Anthropologie innerhalb der Philosophie, zu ihrem Verhältnis zu den übrigen Wissenschaften vom Menschen und schließlich zu ihrer methodologischen Ausrichtung anstellen. Alle drei Themenbereiche lassen sich – so meine These – gut unter dem Gesichtspunkt eines integrativen Charakters der philosophischen Anthropologie diskutieren.

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Pro und contra: Ist das Internet die Agora heutiger Demokratien?

Pro: Felicitas Steinhoff

Ich schreibe diesen Beitrag kurz vor der Deadline. Denn das Internet lenkte mich ab. Mit Katzenbildern, Twitter-Meldungen meiner Freunde, Blogs, Unterhaltungen auf Skype und preiswerten Weihnachtsdeals. Sie kennen das. Vieles davon ist nützlich, aber vieles veranlasst weniger netzaffine Menschen zu Aussagen wie: „Die daddeln doch da nur doof rum.“ Manchmal stimmt das. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass das Internet das einzige Forum ist, das man in der heutigen Demokratie mit der damaligen Agora vergleichen kann. Weiterlesen

InDebate: Steckt im Sein ein Sollen?

David Hume
Google Art Project

Eike Bohlken

Wem ein Naturalistischer Fehlschluss – der fehlerhafte Schluss von einem Sein auf ein Sollen – vorgeworfen wird, der muss sich warm anziehen. Der Übergang vom Sein zum Sollen gilt in der heutigen Philosophie als schwerer Lapsus. Er steht für einen groben Kategorienfehler, für ein wissenschaftliches „geht gar nicht“. Sind Sein und Sollen aber tatsächlich so unüberwindbar voneinander getrennt, wie allgemein unterstellt? Weiterlesen

InDebate: Brauchen wir Eliten?

Eike Bohlken

Man mag dies bedauern, aber die Frage, ob wir Eliten brauchen, kann nur mit einem klaren Ja beantwortet werden. Robert Michels, einer der Gründerväter der Elitentheorie, wies mit seinem „ehernen Gesetz der Oligarchie“ darauf hin, dass Großorganisationen in modernen Großgesellschaften nicht ohne Hierarchien und Führungspositionen funktionieren. Dieses funktional-organisatorische Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Weiterlesen