InDebate: Liebe als Gerechtigkeit

Graffiti im Soziokulturellen Zentrum Trotz Allem in Witten: Die Liebe stirbt nie 2013. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATrotz_Allem_Graffiti_Liebe.jpg

Graffiti im Soziokulturellen Zentrum Trotz Allem in Witten: Die Liebe stirbt nie 2013. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATrotz_Allem_Graffiti_Liebe.jpg

Dominik Hammer/Jürgen Manemann

Sozialethiker sehen ihre Aufgabe bekanntlich darin, sich mit der Gestaltung gesellschaftlicher Institutionen und Rahmenbedingungen im Hinblick auf ein Mehr an Gerechtigkeit zu befassen. Dabei verstehen sie das Soziale aber oft als ein objektives Gebilde, dessen Formen von den einzelnen Menschen letztlich unabhängig sind. Genau hier lauern Gefahren: Weiterlesen

InDebate: „Wie bitte geht Gerechtigkeit?“ – Zum 4. Festival der Philosophie Hannover

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Jürgen Manemann

Das Thema des 4. Festivals der Philosophie lautet „Wie bitte geht Gerechtigkeit?“. Es wird bewusst nicht gefragt: „Was ist das – die Gerechtigkeit?“. Auf dem Festival soll nämlich nicht distanziert und abstrakt über Gerechtigkeit gesprochen werden. Wenn wir abstrakt von der Gerechtigkeit sprechen, geht jede konkrete Verantwortung unter. Wir müssen also die Frage so stellen, dass uns das, wonach wir fragen, so trifft, dass es uns betrifft. Deshalb fragen wir: „Wie bitte geht Gerechtigkeit?“. Weiterlesen

InDebate: Plädoyer für eine aktivierende christliche Politikethik – Zur gegenwärtigen Herausforderung christlicher Sozialethik

Jürgen Manemann

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presidencia.gov.ar [CC-BY-SA-2.0 (https://creativecommons.
org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Ein Gespräch, das die „ZEIT“ mit Julie Coudry, einer der wichtigsten Anführerinnen der Studentenproteste in Frankreich im Jahre 2006, und Florian Lux, einem Studenten aus Heidelberg, führte, endet mit folgenden Sätzen:

„ZEIT: Welche Träume haben Sie beide?
Coudry: Keine Träume, keine Idole.
Lux: Große, generelle Träume? Nein, keine.
ZEIT: Gar keine? Anders gefragt: Wie wollen Sie in zehn Jahren leben?
Lux: Wenn ich das wüsste.
Coudry: Das ist ja das Schicksal unserer Generation: Wir wissen das nicht mehr.“

Keine Träume, keine Wünsche, keine Visionen – jeglicher Möglichkeitssinn scheint abhanden gekommen zu sein. Weiterlesen

InDebate: Die Grenzen der Freiheit

Individuelle Autonomie muss in ihren Wirkungen auf die Weltbevölkerung und künftige Generationen gedacht werden

Felix Ekardt

Die gleiche Freiheit aller Bürger ist bis heute selbst bei jenen, die universalistisch denken, meist als Ordnung innerhalb von Gesellschaften gedacht worden – aber nicht als Ordnung zwischen den Gesellschaften und zwischen den Zeiten. In diesem Sinne genießen heute die im Okzident lebenden 20 % der Menschheit die größte Freiheit seit Menschengedenken. Der größere Teil der Menschheit dagegen lebt in z.T. unvorstellbarer Armut und unter repressiven, freiheitsfeindlichen Regierungen. Und jungen und künftigen Menschen drohen wir verbrannte Erde zu hinterlassen. Sobald nun Länder wie China oder Indien unseren Lebensstil übernehmen – wie sie es, mit sichtbaren Auswirkungen auf den Ölpreis, gerade versuchen –, droht unsere heutige Existenzform zusammenzubrechen, weil unsere Ressourcenbasis und das globale Klima dies nicht hergeben. Weiterlesen