InDebate: Kann Beihilfe zum Suizid moralisch gerechtfertigt sein? Wie wäre sie rechtlich zu regeln?

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Gerhard Kruip

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, der wegen einer schweren Erkrankung seiner Frau für November 2014 seinen Rückzug von diesem Amt angekündigt hatte, sagte kürzlich in einem Stern-Interview, er würde seiner krebskranken Frau auch beistehen, wenn sie sich entscheiden würde, sich das Leben zu nehmen, um einen langen Leidensweg vor dem Tod zu vermeiden. Diese Äußerungen fallen in eine Zeit, in der aktuell intensiv über die Frage diskutiert wird, ob und wie in Deutschland der assistierte Suizid rechtlich neu zu regeln wäre, insbesondere hinsichtlich „organisierter“ Beihilfe zum Suizid. Weiterlesen

Pro und Contra: Sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden?

Pro: Christoph Henning

Bild Henning

Für die Mehrzahl der Menschen würde ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) eine große Erleichterung sein. Es brächte für sie eine ökonomische Entlastung und eine Befreiung von erniedrigenden Behördengängen. Auch für Menschen in der Normalerwerbsbiographie (die gar nicht mehr so normal ist) böte das BGE eine Chance, nämlich die, sich zeitweise aus einer vereinnahmenden Alltagsmühle abzuseilen und eine Auszeit zu nehmen, in der man endlich Zeit für sich und die seinen hätte. Kurzum, eine reiche Gesellschaft würde sich damit das erlauben, was doch eigentlich der Sinn von Reichtum ist: ein gemeinsames gutes Leben, statt wie bisher ein übersattes Leben für einige und ein Sich-Kaputt-Laufen im Hamsterrad für viele andere. Diese historische Bedeutung des BGE lässt sich nicht wegdiskutieren.

Nachgefragt wird allerdings, zu welchem Preis all das erkauft würde und wer ihn zu entrichten hätte. Weiterlesen

Pro und Contra: Mehr Organe für die Organtransplantation durch eine Widerspruchslösung – ist das ethisch vertretbar?

pro: Gerhard Kruip

Nach dem Transplantationsgesetz von 1997 gilt derzeit, dass nur demjenigen nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, der vorher dazu seine Zustimmung gegeben hat (oder dessen Angehörige von einer solchen Zustimmung wissen oder sie mit guten Gründen vermuten). Nach der Änderung des Gesetzes am 1.11.2012 versenden die Krankenkassen inzwischen im Rahmen der sogenannten „Entscheidungsregelung“ Informationsbriefe mit Formularen für Organspendeausweise und fordern ihre Versicherten auf, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden und dies auf dem Ausweis zu vermerken. Der Gesetzgeber verband damit die Erwartung, mehr Menschen als bisher zu einer Organspende zu motivieren. Weiterlesen