Schwerpunktbeitrag: Medizinphilosophische Betrachtungen zum Gesundheits- und Krankheitsbegriff

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Thomas Schramme

Beim ersten Blick auf Gesundheits- und Krankheitsdefinitionen stößt man relativ schnell auf diejenige der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahre 1946. „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Der im zweiten Halbsatz genannte Aspekt dieser Definition wird inzwischen häufig betont. Wir sollten nicht nur eine negative Definition von Gesundheit geben, sondern darüber hinaus etwas Positives aussagen, etwas die Gesundheit positiv Bestimmendes, und nicht nur einfach festhalten, dass Gesundheit die Abwesenheit von Krankheit sei. Dass dies wichtig ist, wird dann deutlich, wenn man in einem Wörterbuch oder einer Enzyklopädie nachsieht und unter „Gesundheit“ liest: „Abwesenheit von Krankheit“, nur um dann unter „Krankheit“ den Eintrag „Abwesenheit von Gesundheit“ vorzufinden. Dann ist man einmal im Kreis gegangen. In der zitierten Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit nicht verstanden als Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen, sondern als ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Weiterlesen

Pro und Contra: Ist der Mensch für seine Gesundheit verantwortlich?

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Pro: Thomas Polednitschek

Wir haben keine andere Wahl, als die Verantwortung für unsere Gesundheit selbst zu übernehmen. Denn die Verantwortung für die eigene Gesundheit gehört in einer reflexiv gewordenen Moderne zu der bewussten Lebensführung, zu der es keine Alternative gibt. Eben dies heißt aber auch: Unsere je eigene Gesundheit liegt nicht in der Verantwortung von anderen Personen (z.B. Ärzten) und Institutionen (z.B. Krankenhäusern). Diese sind nicht für unsere Gesundheit verantwortlich, sondern verpflichtet, mit unseren Erkrankungen verantwortlich umzugehen – weshalb es eigentlich nur ein Krankheitsversorgungssystem und kein Gesundheitssystem gibt. Weiterlesen

Pro und contra: Eine Therapie-Robbe für demenzkranke Menschen?

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Pro: Heiner Friesacher

Modernes Leben ist ohne Technik nicht vorstellbar und nicht mehr realisierbar. Das betrifft natürlich auch das Gesundheitssystem und damit auch die Pflege. Technische Innovationen haben ohne Zweifel zur Lebensverbesserung von Patienten/innen und Bewohnern/innen beigetragen (denken wir z.B. an Gehhilfen und Rollstühle, an elektronische Kommunikationsmedien und Notrufsysteme), bergen aber auch Risiken und Gefahren. Es kommt in technikintensiven Arbeitsbereichen schnell zur Verschiebung der Aufmerksamkeit weg von den Menschen und hin zu den technischen Systemen. Weiterlesen