InDebate: Wir brauchen keine universalen Werte

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Helmut Heit

Mit der im Titel genannten These rücke ich die Frage nach der Notwendigkeit oder Zweckmäßigkeit universaler Werte ins Zentrum und damit weniger das Problem, ob es möglich oder aussichtsreich ist, die etwaige Universalität bestimmter Werte zu begründen. Hinsichtlich dieser Begründungsfrage halte ich es einstweilen mit Nietzsche: „Woran liegt es doch, dass von Plato ab alle philosophischen Baumeister in Europa umsonst gebaut haben? Dass Alles einzufallen droht oder schon in Schutt liegt, was sie selber ehrlich und ernsthaft für aere perennis hielten?“ (Morgenröthe, Vorrede 3). Schon der Umstand, dass es eine lange Tradition unterschiedlicher Ansätze von Platon und Aristoteles über Kant und Scheler bis zu Habermas und anderen gibt, universale Maßstäbe für normative Geltungsansprüche auszuweisen, spricht dafür, dass sich keiner dieser Ansätze endgültig hat durchsetzen können. Weiterlesen