InDepth – longread: Vom Defizitmodell des Menschen zur digitalen Humanität. Was unterscheidet Menschen von Künstlicher Intelligenz?

Prof. Dr. Ulrich Hemel

Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) prägen längst unseren Alltag, häufig unerkannt. KI erleichtert den Alltag, ermöglicht aber auch Machtmissbrauch und Manipulation. Wir haben als Gesellschaft darüber hinaus längst gelernt, schwache KI von starker KI zu unterscheiden. Auch in der Politik ist die Regelbedürftigkeit von KI-Anwendungen angekommen. Beispielsweise hat die EU hat in der Zwischenzeit Risikoklassen von KI-Anwendungen formuliert (European Commission, 2019). Grundsätzlich ist die Erfahrung, dass neue technologische Entwicklungen auch Risiken und Gefährdungen nach sich ziehen, nicht neu.
Über technische und politische Fragen hinaus wird ein entscheidender Punkt häufig unterschätzt. Dabei geht es um die Auswirkungen einer neuen Technologie auf das menschliche Selbstbild. Die Frage einer selbstreflexiven Vorstellung des Menschen von sich selbst in Reaktion auf technische Entwicklungen ist bislang jedoch eher ein blinder Fleck der Philosophie. Aus diesem Grund soll hier die Frage nach der Abgrenzung zwischen Menschen und Künstlicher Intelligenz im Vordergrund stehen.

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InDebate: Apokalyptische Kippfiguren: Subversives Handeln und Weltverneinung im Anschluss an Jacob Taubes

Ana Honnacker

Die Diskrepanz zwischen dem, was ist, und dem, was sein sollte, kann als das auslösende Moment aller Kritik gedacht werden. Einen vorgefundenen Zustand nicht hinnehmen zu wollen, vielleicht sogar nicht hinnehmen zu können, weil er als untragbar, unerträglich empfunden wird, führt in eine eigentümliche Pendelbewegung zwischen Kritik und Desiderat. Damit ist auch so etwas wie die natürliche, zumindest aber charakteristische Fortbewegungsweise derer, die reflexive – und nicht zuletzt selbstreflexive – Aufklärungsarbeit betreiben, beschrieben. Ein Hin- und Herschwingen zwischen (ablehnender) Beschreibung des Ist-Zustandes und Einforderung eines bestimmten Soll-Zustandes ist daher auch der Religionsphilosophie zu eigen und eröffnet das Spannungsfeld, in dem sich ihre Reflexionsgegenstände wiederfinden.

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