InDepth – longread: Learning to See. Nietzsche, Trump, and the New Digital Media*

© Christiane Gundlach

Paul Stephan

I. Introduction: A Case Like No Other

On January 20, 2017, the inauguration of the 45th President of the United States of America, Donald Trump, took place under the motto “uniquely American.” Trump already suspected on January 9 that “[w]e are going to have an unbelievable, perhaps record-setting turnout for the inauguration.”[1] In his own speech, he accordingly invoked the eventfulness of this historic moment and claimed: “You came by the tens of millions to become part of a historic movement the likes of which the world has never seen before.”[2] However, this statement applies, in a literal sense, neither to the number of those who voted for Trump, who surprisingly won the election but who was clearly inferior to Clinton regarding the number of votes and who greatly underperformed regarding the delegate numbers in the electoral college compared to former presidents, nor to the size of the actual crowd gathered in Washington, D.C. at that time. Aerial photographs of the National Mall quickly circulated, clearly showing that Trump’s audience was only a fraction of that of Obama’s in 2009.[3] Although it is difficult even for experts to give an accurate estimate: all the evidence suggests that Trump not only attracted far fewer supporters than Obama, but also that his inauguration witnessed at best an average attendance – even when one considers the ratings for his speech on television and digital media.[4]

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Philosophy and the Media: Demos und Demut der digitalen Demokratie. Twitch Plays Pokémon und internetgestützte Steuerung

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Agnes Wankmüller

Am 12. Februar 2014 wurde eines der bemerkenswerteren Online-Computerspiele auf dem internationalen Videospiel-Netzwerk Twitch als kollektives Echtzeit-Spiel durch einen anonymen australischen Entwickler eingebettet und gestartet. Twitch Plays Pokemon: Edition Red (im folgenden TPP abgekürzt) konnte man mit hunderttausenden[1] weiteren Personen spielen, und zwar nicht in einem üblichen Multiplayer-Szenario. Vielmehr sieht das Spielformat die Navigation einer einzigen Figur (Red) durch die simultane Beteiligung einer beliebigen Anzahl von Spieler*innen über einen zeitlich verzögerten Chat vor, in dem eine Masse sich widersprechender Steuerungseingaben (wie up, down, left und start) in Sekundenbruchteilen einströmen. Weiterlesen

Philosophy and the Web: Googles Marktmacht: Ein neues Kapitel zur Lehre von der Souveränität?

Anfang April startete in der FAZ eine Debatte über die Monopolstellung von Google und deren negative Auswirkungen für den Wettbewerb. Nachdem der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt in einem Beitrag auf den ersten Artikel antwortete, bekam er wiederum eine Antwort in Form eines offenen Briefes, geschrieben vom Chef des Axel Springer Verlages, Mathias Döpfner. In seinem Brief gesteht Döpfner Angst vor der Macht von Google ein, führt wettbewerbsschädigende Praxen und die Monopolstellung des Internetkonzerns auf sowie die Datenschutzproblematik, die sich durch Googles Zugriff auf die Daten seiner Nutzer*innen ergebe. Weiterlesen

Philosophy and the Web: Trugschlüsse und Entgleisungen

Gewalt- und hierarchiefreie Kommunikation ist, vor allem in Gruppendiskursen, ein hohes Gut, das es zumindest anzustreben gilt. Ein Kritikpunkt, der bereits gegen die Habermas’sche Diskurstheorie vorgebracht wird, ist daher, dass die sogenannte „ideale Sprechsituation“ empirisch nicht anzutreffen sei. Habermas ist sich dieses Umstandes bewusst. Er versteht die „ideale Sprechsituation“ eher als eine Diskurse leitende, möglicherweise auch kontrafaktische Unterstellung. Damit bleibt aber die Frage, ob Gewalt- und Hierarchiefreiheit der Kommunikation überhaupt auch nur unterstellt werden können, unbeantwortet. Weiterlesen