InDebate: Nach der „Krise der Wissenschaften“

Hijikata

Toru Hijikata 

Frei von den traditionellen ontologischen Belastungen waren selbst die Denkansätze nicht, die im 20. Jahrhundert jeweils eine markante Wende vollzogen hatten. Dazu gehören beispielsweise die Webersche Reflexion über die Objektivität in den Naturwissenschaften (wie Max Planck, Albert Einstein, Werner Heisenberg usw.), die Husserlsche Krise der Wissenschaften, die Mannheimsche Ideologiekritik, die kulturanthropologische Entdeckung der Struktur und die postmodernistische Diskussion über das Ende der großen Rede (Jean-François Lyotard, Francis Fukuyama). Symptomatisch ist dabei, dass alle wissenschaftlichen Äußerungen oder theoretischen Schlussfolgerungen relativiert werden können und somit kontingent bleiben müssen. So ist es inzwischen fast unmöglich geworden, der Gesellschaft gegenüber bestimmte allgemeingültige Werturteile aufzuzeigen und als Orientierungshilfe anzubieten. Diese Schwierigkeit ist darin begründet, dass jedes Werturteil durch ein anderes relativiert wird und dass diese Relativierung wiederum durch ein weiteres Werturteil relativiert werden kann. Weiterlesen