InDebate: Warum sich eine Re-Lektüre der Werke Erich Fromms lohnt

Hervorgehoben

Kevin Zernickel

Der Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Philosoph Erich Fromm kritisierte bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts unseren Lebensstil als zerstörerisch. Er verlangte einen radikalen Bruch, sah darin die einzige Möglichkeit für das Fortbestehen der Menschheit. Heute, knapp 40 Jahre nach seinem Tod, hat seine Gegenwartsdiagnose keineswegs an Aktualität verloren.[1] Wir wissen heute alle, dass ein radikaler Bruch mit unserer gewohnten und allzu liebgewonnenen Lebensweise keine Option mehr darstellt, sondern eine Notwendigkeit. Denn, wenn es so weitergeht wie bisher, steht uns eine ökologische Katastrophe bevor: der Verlust unserer Lebensgrundlage. Und dennoch ändert sich im Großen und Ganzen an unserem Lebensstil nichts, beispielsweise beim Thema Fleischkonsum. Der jährlich erscheinende Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung hat ermittelt, dass der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland seit dem Jahr 2000 zwischen 59 und 62 kg pro Jahr weitestgehend konstant geblieben ist.[2] Mit der Unterstützung der Massentierhaltung durch den Kauf von Fleischprodukten verursachen wir nicht nur das Leid unzähliger Lebewesen, wir befeuern auch eine der Hauptursachen für die Klimakatastrophe. Weiterlesen