InDebate: Hannover – erste autofreie Stadt Deutschlands!

Klimaweisen-Rat unterstützt Forderung von FridaysForFuture

Bernd Schwabe [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Jürgen Manemann

Die ökologische Krise, in der wir uns befinden, ist verursacht durch eine gestörte Weltbeziehung, deren Ausdruck Entfremdung ist. Der Soziologe Hartmut Rosa hat diese Zusammenhänge scharfsinnig analysiert. Entfremdung ist das „Gefühl, dass die Welt ihre Bedeutung verloren hat, dass sie blass und grau geworden ist. Dass mich nichts mehr berührt.“ Der Gegenbegriff zu dieser Weltbeziehung ist Resonanz: „berührt werden, […] die Welt erreichen können. Nicht verschlossen, sondern offen sein.“[1] Eine resonante Weltbeziehung gelingt uns immer weniger. Deutlich spüren wir das in unseren Städten. In einem Interview wurde der zurzeit wohl einflussreichste Stadtplaner, Jan Gehl, gefragt, woran man die Lebensqualität einer Stadt erkenne. Seine Antwort: „Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt.“[2]

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InDebate: Warum sich eine Re-Lektüre der Werke Erich Fromms lohnt

Kevin Zernickel

Der Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Philosoph Erich Fromm kritisierte bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts unseren Lebensstil als zerstörerisch. Er verlangte einen radikalen Bruch, sah darin die einzige Möglichkeit für das Fortbestehen der Menschheit. Heute, knapp 40 Jahre nach seinem Tod, hat seine Gegenwartsdiagnose keineswegs an Aktualität verloren.[1] Wir wissen heute alle, dass ein radikaler Bruch mit unserer gewohnten und allzu liebgewonnenen Lebensweise keine Option mehr darstellt, sondern eine Notwendigkeit. Denn, wenn es so weitergeht wie bisher, steht uns eine ökologische Katastrophe bevor: der Verlust unserer Lebensgrundlage. Und dennoch ändert sich im Großen und Ganzen an unserem Lebensstil nichts, beispielsweise beim Thema Fleischkonsum. Der jährlich erscheinende Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung hat ermittelt, dass der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland seit dem Jahr 2000 zwischen 59 und 62 kg pro Jahr weitestgehend konstant geblieben ist.[2] Mit der Unterstützung der Massentierhaltung durch den Kauf von Fleischprodukten verursachen wir nicht nur das Leid unzähliger Lebewesen, wir befeuern auch eine der Hauptursachen für die Klimakatastrophe. Weiterlesen