InDebate: Emanzipation fehlgeschlagen: Wieso Feminismus nicht reicht

Lisz Hirn

Die ungleiche Situation von Mann und Frau ist ein alter Hut. Sie bestand schon lange, bevor die französische Philosophin Simone de Beauvoir 1949 ihr Grundlagenwerk »Das andere Geschlecht« veröffentlichte. Ihr erklärtes Ziel war damals, die Ursachen dieser Ungleichbehandlung zu analysieren, um die Frauen aus diesem Teufelskreis zu befreien. Die Philosophin diagnostizierte seinerzeit, dass diese Welt immer den Männern gehört habe und noch immer gehöre. Beauvoirs Buch zeigt akribisch, dass sich patriarchale Strukturen an nahezu allen Orten unseres Lebens finden lassen und wie sie sich bemühen, die Unterdrückung zu halten.

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Pro und contra: Burkaverbot – ja oder nein?

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Pro: Lisz Hirn

In der aktuellen Diskussion rund um das Thema Burkaverbot werden zweifelsohne viele Argumente gegen eine gezielte Verhüllung des weiblichen Körpers ins Feld geführt. Im Folgenden beziehe ich mich ausschließlich auf das Verbot zur Ganzkörper- bzw. Gesichtsverschleierung und nicht auf den Hijab. So zeige diese angeblich die Ungleichheit von Mann und Frau und sei ferner ein Mittel zur Unterdrückung der Letzteren sowie das Symbol eines zutiefst konservativ geprägten, politischen Islams. Da der Koran kein (eindeutiges) Verschleierungsgebot für Frauen ausspricht, gibt es auch für die Burka keinerlei religiöse Legitimation. Worum geht es also in der Debatte um die Burka? Weiterlesen

InDebate: Können Kulturen kämpfen?

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Lisz Hirn

Beweisen die weltweiten Attentate und Anschläge terroristischer Gruppen, dass wir uns schon mitten in einem „Kampf der Kulturen“ befinden? In seinem kontrovers diskutierten Buch argumentiert Samuel P. Huntington gegen die Vorstellung einer einheitlichen „Weltkultur“. Er geht davon aus, dass sich Konflikte zwischen den Zivilisationen zunehmend verschärfen werden. Viele seiner Prognosen haben sich bewahrheitet. Aber heißt das gleichzeitig, dass wir nun Huntingtons Weltbild übernehmen können?

Erinnern wir uns nochmal an eines der Ereignisse, das Anfang des Jahres 2015 für Aufsehen gesorgt hat. Zwölf Menschen werden im Januar bei einem Terror­anschlag auf die Redaktion des Magazins „Charlie Hebdo“ ermordet. Einmal mehr wird klar, dass Terror keine europäischen Grenzen kennt. Ein Aufschrei geht durch die westliche Zivilisation, man nimmt sich an den Händen und präsentiert eine zivilisatorische Einheit wie schon lange nicht mehr. Alle sind plötzlich Charlie, selbst die, die Charlie einen Tag vor dem Anschlag gar nicht kannten. Allerdings bleibt unklar, von wem eigentlich die Bedrohung ausgeht. Weiterlesen