InDebate: Willkommen, aber unerwünscht. Die Kämpfe der Geflüchteten um Menschenrechte und Menschenwürde

Ein Interview mit Maissara Saeed, Refugee-Aktivist in Hannover
(englische Fassung siehe unten)

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Maissara Saeed, Yoko Arisaka, Jeanette Ehrmann, Michael Thomas

Maissara Saeed flüchtete 2010 von Omdurman in Sudan nach Deutschland, wo er politisches Asyl beantragte. 2012 erhielt er eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. In Sudan hat Maissara Saeed an der Universität Khartum einen Bachelor-Abschluss in medizinisch-technischer Laborassistenz und in klinischer Chemie erworben. Anschließend arbeitete er als medizinisch-technischer Assistent in verschiedenen Krankenhäusern in Omdurman sowie als Berater für soziale Arbeit im Bereich Kindergesundheit. Er war als Mediator für HIV-positive MigrantInnen am Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover tätig und hat auf internationalen Konferenzen zahlreiche Vorträge zu den Themen Public Health und soziale Arbeit gehalten. Maissara Saeed ist Mitbegründer von drei NGOs: AFRIDE. AfrikanerInnen in Deutschland, The German Sudanese Association for Development und Al Bait Al Sudani Association. Zurzeit ist Maissara Saeed am Aufbau einer selbstorganisierten Empowerment-Gruppe von geflüchteten Menschen beteiligt.

Maissara, wie war Ihr erster Eindruck, als Sie in Deutschland angekommen sind?

Ich habe Sudan im Juni 2010 wegen der untragbaren Sicherheitslage und der politischen Instabilität des Landes verlassen. Ich flüchtete über Ägypten und Österreich und kam im August 2010 in Deutschland an. Weiterlesen

InDebate: Darf sich Kunst alles erlauben?

Dominik Hammer/Jürgen Manemann

 

Kunstfreiheit ist ein Grundrecht. Daher darf sich die Kunst, rechtlich betrachtet, (fast) alles erlauben.  Von der Kunstfreiheit geschützt wird jede Äußerung, die sich unter den sogenannten „offenen Kunstbegriff“ fassen lässt. Dieser sieht das Merkmal der Kunst darin, dass Kunst das ist, was der Künstler als Kunst bezeichnet. Kunst muss aber auch einer fortgesetzten Interpretation zugänglich sein und darf sich nicht auf schnell verständliche, eindeutige Aussagen beschränken. Nicht nur die Freiheit der Kunst wird also weit gefasst, sondern auch der Kunstbegriff. Und das ist gut so. Kunst lebt von ihrer radikalen, für Bürgerinnen und Bürger oft schwer erträglichen Freiheit. Sie muss über die Maße provokant sein dürfen. Weiterlesen