Pro und contra: Dürfen Schweine genetisch verändert werden, um als Spender für Organtransplantationen dienen zu können?

Pro: Heiner Niemann

Durch die Transplantation humaner Herzen, Lebern oder Nieren kann das Überleben der Empfänger heute um acht bis zwölf Jahre verlängert werden. Weltweit verdanken mehr als 250.000 Menschen ihr Leben einer Organspende. In den meisten Industrieländern klafft eine große Lücke zwischen der Anzahl verfügbarer, geeigneter Spenderorgane und der Anzahl benötigter Transplantate. In Deutschland versterben täglich drei Patienten auf der Warteliste, die durch rechtzeitige Bereitstellung eines geeigneten Organs gerettet werden könnten. Um diese Lücke zu schließen, sollen Schweine genetisch so verändert werden, dass ihre Organe nicht mehr durch den menschlichen Empfänger abgestoßen werden. Weiterlesen

Pro und Contra: Mehr Organe für die Organtransplantation durch eine Widerspruchslösung – ist das ethisch vertretbar?

pro: Gerhard Kruip

Nach dem Transplantationsgesetz von 1997 gilt derzeit, dass nur demjenigen nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, der vorher dazu seine Zustimmung gegeben hat (oder dessen Angehörige von einer solchen Zustimmung wissen oder sie mit guten Gründen vermuten). Nach der Änderung des Gesetzes am 1.11.2012 versenden die Krankenkassen inzwischen im Rahmen der sogenannten „Entscheidungsregelung“ Informationsbriefe mit Formularen für Organspendeausweise und fordern ihre Versicherten auf, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden und dies auf dem Ausweis zu vermerken. Der Gesetzgeber verband damit die Erwartung, mehr Menschen als bisher zu einer Organspende zu motivieren. Weiterlesen