InDebate: On Cancel Culture

Dr. Yoko Arisaka

On March 30th, 2021, the city newspaper Hannoversche Allgemeine (HAZ) reported that the city of Hannover cancelled a lecture by Professor Helmut Bley, a renowned historian of colonialism in Africa, because an activist group, Initiative für Diskriminierungssensibilität und Rassismuskritik (IDiRa), that was also invited as a discussant, protested.[1] Professor Bley was scheduled to speak about “Kolonialgeschichte von Afrikanern und Afrikanerinnen her denken“, as a keynote speech for the International Week against Racism that the city had planned in March. IDiRa’s complaint was that Professor Bley, as a white European male, should not speak authoritatively about the “experiences of Africans”, about the history of colonialism. The city government listened and decided that the planned event itself was untenable. Professor Bley was cancelled, and the subsequent ed op discussions overwhelmingly supported Professor Bley and blamed the city politics for cancelling the venue, as if they succumbed to the pressures of political correctness.

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InDebate: Zum Wesen von „Political Correctness“

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„Political Correctness“-Kritiker Thilo Sarrazin bei einer Buchvorstellung. (cc) Richard Hebstreit (rhebs.de). Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ac/Sarrazin_book_pres_a1.jpg/320px-Sarrazin_book_pres_a1.jpg

Greta Jasser

In westlichen Demokratien hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts ein gewaltiger Mentalitätswandel vollzogen. Die Akzeptanz Homosexueller beispielsweise, deren sexuelle Orientierung lange pathologisiert wurde, ist unter den Parteien der Mitte inzwischen Konsens. Diese Wandlung drückt sich auch in der politischen Sprache und Wortwahl aus. Homosexuelle Personen durch abwertende Ausdrücke zu beleidigen oder implizit zu diskriminieren wird von der Mehrheit nicht mehr toleriert. Gegen solche Entwicklungen regt sich aus mehreren Gründen und in vielerlei Weise Widerstand. Manche begründen ihr Vorgehen gegen eine Beschäftigung mit Homosexualität im Unterricht mit sittlichen und moralischen Grundüberzeugungen. Viele sehen in der eingangs skizzierten Entwicklung jedoch auch einen Schritt in Richtung undemokratischer Sprechverbote. Das Argument, es gäbe auch in Deutschland Sprechverbote, wird häufig bemüht und beispielsweise in folgendem „Focus“-Artikel aufgegriffen: „Was darf man in Deutschland sagen – und was nicht?“. Weiterlesen