InDepth – shortread: Robotik – was vom Hype übrig bleibt…

Foto: Thomas Koziel

Nicole Thiemer

Für manchen mag es ungewöhnlich scheinen, sich dem Thema Robotik aus philosophischer Perspektive zu nähern. Denn Robotik – das ist ganz oberflächlich gesprochen: eine angewandte Wissenschaft, die es mit Technik zu tun hat – und ihrem Ruf zufolge hat die Philosophie es eigentlich wenig bis gar nicht mit Anwendung und technischer Praxis zu tun. Dies ist natürlich ein Vorurteil – das schon seit langer Zeit besteht – und auch schon seit genauso langer Zeit in die Irre führt. Der bekannte Philosoph Theodor W. Adorno hat den vielzitierten Satz geprägt, dass „die Idee der Wissenschaft […] Forschung [ist; N. T.], die der Philosophie Deutung.“[1] Diesem Gedanken schließe ich mich an, jedoch nur in dem Sinne, dass Philosophie keine experimentelle Forschung ist – und es die Philosophie mit dem Deuten, mit dem kritischen Reflektieren zu tun hat. Im Vordergrund des folgenden Gedankengangs steht ein philosophischer Reflexionsgang, in dem es mir insbesondere um das Thema: Technik als Kultur geht, was meines Erachtens gegenwärtig in der verstärkten Diskussion um das Pro und Kontra der Technisierung der menschlichen Lebenswelt, von der ein Teil die zukunftsweisenden Möglichkeiten der Robotik sind, zu selten berücksichtigt wird.

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