InDepth – shortread: Warum sieht man(n) es nicht?

Sexismus als strukturelles Verkennen

Marvin Dreiwes

Es trifft den Nächsten. Win Butler, Frontsänger der kanadischen Band Arcade Fire sieht sich in mindestens vier Fällen mit Vorwürfen des sexuellen Fehlverhalten konfrontiert.[1] Wenn die durch #MeToo angestoßene Debatte eines gezeigt hat, dann dass sexuell-übergriffiges Verhalten und andere Formen sexualisierter Gewalt gegen Frauen* nicht nur ein Nischenproblem sind, sondern sich quer durch alle politischen Lager und subkulturellen Milieus ziehen. Dass es nun die sympathische Indie-Band trifft, bei der schließlich sogar die Ehefrau Teil der Formation ist, steht damit weniger für eine seltene Ausnahme. Im Gegenteil, gerade jene Milieus, die von sich behaupten liberal, tolerant und gewaltfrei zu sein, sind nicht weniger anfällig für sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt.

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