Schwerpunktbeitrag: Anerkennung und Toleranz

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Rainer Forst

Toleranz sollte nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.

Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Reflexionen

Goethes Diktum ist paradigmatisch für eine gängige Kritik des Begriffs der Toleranz: Im Tolerieren, dem Dulden des Anderen, stecke eine Geringschätzung seiner; Toleranz sei eine strategische, herablassende (Kant spricht vom „hoch­müthi­gen Namen der Toleranz“) oder gar (wie Marcuse meinte) repressive Haltung, in der der Andere nicht wirklich, nicht im eigentlichen Sinne anerkannt werde. Weiterlesen

InDebate: Von der „Religionsfreiheit“ seit 1700 Jahren

Franco Rest

„Religionsfreiheit“ ist heute wie in vergangenen Jahrhunderten keineswegs politisch gesichert; das gilt vor allem für diktatorisch und autokratisch geführte Staaten, besonders wenn sie sich von einer Religion her definieren möchten; davon können gegenwärtig Christen, Juden und Buddhisten in muslimisch geprägten Staaten berichten. Aber leider gilt es auch für (sog.) Demokratien. Ein aktuelles Beispiel sind die Homeschoolingfamilien, welche ihre schulpflichtigen Kinder aus religiösen und weltanschaulichen Gründen nicht in eine anerkannte öffentliche Schule schicken, sondern diese in den eigenen vier Wänden unterrichten. Weiterlesen