InDebate: Die abgesagte Katastrophe –Kritische Randnotizen zum EINEWELT Zukunftsforum

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Ana Honnacker

Nichts weniger als die Zukunft der globalen Gesellschaft war das Thema des am 24. November 2014 in Berlin ausgerichteten „EINEWELT Zukunftsforums„. Eingeladen hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), um den Abschluss des Dialogprozesses, der Anfang 2014 gemeinsam mit zahlreichen Nichtregierungsorganisationen, Vereinen und Initiativen gestartet worden war, mit der Übergabe der daraus entstandenen „EINEWELT Zukunftscharta“ an die Bundeskanzlerin zu begehen. Eingerahmt von „Zukunftsslams“ und „Erlebnisinseln“, in denen die verschiedenen Akteure sich und ihre Projekte vorstellen konnten, präsentierte sich eine durchweg zufriedene Bundesregierung. Die insgeheim ausgegebene Losung der Veranstaltung dürfte jedoch „Alles unter Kontrolle, keine Panik“ gelautet haben. Welthunger, Armut und Klimawandel wurden zu einer rein technologischen Herausforderung stilisiert, die im Rahmen des bestehenden Systems bewältigt werden kann. Die Logik des Wachstums wird mit dem Stichwort Nachhaltigkeit indiziert. Das beruhigt und schont die Nerven: Wir müssen nicht uns ändern. Jedenfalls nicht radikal. Wir bauen energieeffiziente Häuser und höhere Deiche. Wir kaufen fair gehandelten Kaffee und trinken Wasser aus der Leitung statt aus Plastikflaschen.  Der notwendige radikalere Kulturwandel wird vertagt. Weiterlesen