InDepth – longread: Wohnungsnot in deutschen Großstädten: Zur moralischen Zulässigkeit der Vermietung von Wohnraum zu Höchstpreisen

Birgit Heitker

1. Einleitung

Die aktuelle Wohnungsnot in Großstädten ist heute ein vieldiskutiertes gesellschaftliches Thema: „Im Anschluss an die globale Finanzkrise von 2008 sind Mieten und Wohnungspreise insbesondere in prosperierenden Metropolregionen, Groß- und Universitätsstädten deutlich gestiegen. Für einkommensschwache Haushalte und zum Teil selbst für Mittelschichten wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu finden.“[1] Es ist festzustellen, dass Wohnraum und Wohnkosten ungleich verteilt sind, so dass die heutige Wohnungsfrage eine ausgeprägte soziale Dimension hat.[2]

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InDebate: Wozu über Kommerzialisierung und Ökonomisierung philosophisch nachdenken?

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Matthias Kettner

PhilosophInnen können nicht nur Tatsachenfragen verfolgen, wie alle übrigen Wissenschaftler, sondern auch normative Fragen systematisch durchdenken, z.B. Fragen nach der Begründbarkeit rationaler und moralischer Beurteilungsstandards. Und anders als „empirische“ Wissenschaften wie z.B. Ökonomik, Psychologie und Soziologie, kann Philosophie existenziell wichtige Belange als solche thematisieren. In eine kleine Charakteristik der Leistungskraft von Philosophie würde ich drittens die seit Sokrates kultivierte Fähigkeit aufnehmen, gezielt kontrapunktisch zu problematisieren: Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Warum Wirtschaftsphilosophie?

Kurt Röttgers

Angesichts eklatanter Skandale, wie zur Zeit des Finanzkapitals, aber auch der „Normalität“, dass z.B. die Gehälter der Spitzenmanager im vergangenen Jahr um 20 Prozent stiegen, die des durchschnittlichen Arbeitnehmers aber mit 2 Prozent unter der Inflationsrate lagen, verlangt die Öffentlichkeit gelegentlich nach dem Beistand der Philosophie in Form einer Wirtschaftsethik. Ethik, so eine weit verbreitete Meinung, habe der Moral der Wirtschaftsführer auf die Sprünge zu helfen, damit nicht mehr Gier und Geiz die höchsten Werte seien, sondern Verantwortung und Wohlwollen. Weiterlesen