InDebate: Verachtung als Politik. Zum Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland

Hervorgehoben

Björn Freter

Die Alternative für Deutschland sieht in ihrem Grundsatzprogramm den »sozialen Frieden und den Fortbestand der Nation als kulturelle[r] Einheit« bedroht. Die »Ideologie des Multikulturalismus«, heißt es, stelle »importierte kulturelle Strömungen« und »einheimische Kultur« gleich. Gleichbewertung des ›Einheimischen‹ und des ›Imports‹ bedeutet, im Verständnis der AfD, de facto die Abwertung deutscher Kultur. Die AfD eröffnet damit eine scharfe Trennung zwischen dem offenkundig wertvollen Eigenen und dem offenkundig weniger wertvollen Anderen, das, wenn es dem Eigenen nur zu nahekommt, dieses wertvolle Eigene verdirbt. Dieses Zu-nahe-Kommen ist wichtig. Was das Fremde in der Fremde eigentlich ist, ist ganz uninteressant. Von Bedeutung wird das Fremde erst und nur durch seine bedrohliche Nähe zum Eigenen. Das Fremde kommt dabei als das, was es selbst ist, überhaupt nicht in den Blick. Das hat eine merkwürdige Konsequenz. Das Fremde wird nicht als das, was es ist, abgelehnt, sondern als das, was es nicht ist, nämlich: nicht das Eigene. Das aber bedeutet: Das Fremde wird verachtet. Verachtung bedeutet eine Abwertung des Anderen auf Grund seines Andersseins. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Religion im Aufwind? Beobachtung – Kritik – Plädoyer

Hans-Joachim Höhn

Dass die Moderne einmal ganz von der Religion loskommen könnte, gehört offensichtlich zu den Illusionen, von denen sie loskommen muss. Zu diesem Geständnis wird sie weniger von außen durch das Erstarken einer religiös-fundamentalistischen Gegenmoderne als durch den internen Vorgang einer „entgleisenden Modernisierung“ (J. Habermas) genötigt. Ihre Leitidee, wonach eine ständig weiter ausgreifende Naturbeherrschung, eine permanente Erweiterung des Wohlstands durch ökonomisches Wachstum sowie eine selbstbestimmte Identität des Subjekts durch Emanzipation von überkommenen Wertvorstellungen zu realisieren sind, hat sich offenkundig verbraucht. Dass es technisch Unableitbares, ökonomisch Unverrechenbares und politisch Unverfügbares gibt, das in Modernisierungsprozessen verkannt oder unterschlagen wurde und dessen Leerstellen zunehmend deutlich werden, gehört zur Einsicht in die Dialektik der Moderne. Heißt dies nun, dass sich für die Religion eine zweite Chance als Instanz der Sinnstiftung auftut, nachdem die profanen Gegenkräfte ihren Anspruch auf exklusive Weltdeutung aufgeben mussten? Weiterlesen

Pro und Contra: Gibt es moralische Rechte?

Pro: Georg Lohmann

Warum es sinnvoll sein kann, von „moralischen Rechten“ zu sprechen

„Moralische Rechte“ scheinen Zwitterwesen zu sein. Je nach dem, was man unter Moral und unter Recht (law, objektives Recht, Rechtsinstitution) versteht, bekommt auch der Begriff eines Rechts (right, subjektives Recht) von A (paradigmatisch einer Person) einen anderen Sinn. Eine Reihe von klassischen Autoren (J. Bentham und H. Kelsen z.B.) halten den Begriff eines rein moralischen (subjektiven) Rechts für „Unsinn auf Stelzen“ oder für „leer“ und „redundant“, weil er nichts anderes beinhalte, dass jemand anders (B) moralische Pflichten gegenüber A habe. Und so wird er in der Tat auch von vielen gegenwärtigen Moralphilosophen verstanden, die glauben, dass, wenn A und B wechselseitige moralische Pflichten haben, man genauso gut sagen könnte, dass A ein Recht hat, und B entsprechend verpflichtet sei und umgekehrt. Solche Auffassungen stützen sich auch häufig auf die sogenannte Interessen-Theorie, nach der ein wohlbegründetes Interesse von A schon ausreicht, dass A auch ein Recht habe, sein Interesse zu verwirklichen. Hier wird aber der Begriff „Recht“ nur noch funktional oder rhetorisch (wie z.B. auch U. Wolf, wenn sie von Tierrechten sprechen will) verwendet, und dabei scheint es keinen Unterschied mehr zu machen, ob man von Pflichtenrelationen oder von Recht-Pflichten-Relationen spricht. So eine Auffassung von „moralischen Rechten“ erscheint mir in der Tat nicht bloß ausgedünnt leer, sondern auch philosophisch gesehen hochstaplerisch und verwirrend. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Zur Genese geistiger Leistungen aus Sicht der Anthropologie und Entwicklungspsychologie

Norbert Meuter

Die entscheidende organische Voraussetzung für geistige Leistungen ist ohne Zweifel die spezifische Entwicklung des Gehirns, insbesondere des Neokortex. Evolutionär gesehen kam es zu einer ungewöhnlich schnellen Vergrößerung (Enzephalisation) des menschlichen Gehirns, das im Verhältnis zur absoluten Körpergröße des Organismus etwa 7- bis 8-mal größer ist als der Säugetierdurchschnitt. Die Enzephalisation findet dabei in einem Organismus statt, der sich vor allem durch das zunehmende Freiwerden der Hände aufgrund des aufrechten Gangs (Bipedie) sowie durch die weitere Ausdifferenzierung der Daumen-Hand-Motorik auszeichnet. Diese inzwischen klassischen Merkmale sind von der Evolutionsbiologie in ihrer Bedeutung für die kognitiven Leistungen des Menschen gut untersucht.[1] Im gegenwärtigen Forschungsfeld finden sich weitere Aspekte, die vor allem auf die Bedeutung emotionaler und sozialer Faktoren Bezug nehmen. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Falsche Freunde. Amerikanischer Pragmatismus und deutsche Kultur

 

Helmut Pape

Die Philosophie des Pragmatismus erlebt zurzeit in Deutschland eine bis vor kurzen kaum vorstellbare positive Rezeption, eine große Verbreitung und Anwendung. In vielen Lebensbereichen und nicht mehr nur in der Philosophie findet der Pragmatismus Anklang und sogar begeisterte Zustimmung. In der Politik ist ‚Pragmatismus‘ inzwischen ein gängiger Begriff, sodass z.B. Ursula von der Leyen problemlos in der Frage der vom Verfassungsgericht geforderten Neuordnung der Jobcenter zu „Pragmatismus“ auffordern kann. Und in der Konrad-Adenauer-Akademie kann ein Vortragstitel wie „60 Jahre Pragmatismus? Sicherheitspolitik in den deutsch-israelischen Beziehungen“ auf ein intuitives Verständnis der interessierten Öffentlichkeit hoffen. In der Soziologie, Ökonomie, Literaturwissenschaft und Geologie, aber auch in der Sozial- wie in der Behindertenpädagogik und in der Theologie erscheinen Aufsätze, Bücher und Lexika, in denen der Pragmatismus als wissenschaftliche Methode und moderne Denkrichtung positiv gewürdigt wird. In den pädagogischen Disziplinen wird die an der praktischen Erfahrung des Kindes und am Lernen in demokratischen Gesellschaften orientierte Pädagogik von John Dewey immer einflussreicher. Weiterlesen

InDebate: Der 18. Brumaire des Donald Trump und die Transparenz des Privaten

Andreas Mix

Andreas Mix

In der Zeit 10 / 2017 vom 02. März 2017 zieht Micha Brumlik eine Parallele zwischen der Herrschaft Napoleons III. (1851–1870) in Frankreich zur Mitte des 19. Jahrhunderts und Donald Trumps in den USA heute.[1] Insbesondere verweist Brumlik darauf, dass der Populismus Louis Bonapartes die sozialen Spannungen, welche zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Legitimität des Liberalismus untergruben, „um den Preis eingeschränkter Freiheitsrechte“ (Brumlik) zu lösen versprach. Der vorgestellten These einer liberalen Epoche, welche durch selbst verursachte Umstände ihre Legitimität – zumindest praktisch, in den Augen ihrer Bürger – verliert und folglich nur durch eine Änderung dieser Umstände, konkret eines Einschlusses der abgehängten Bevölkerungsschichten in das liberalen Versprechen des wirtschaftlichen Fortschritts für alle, ihre Würde und Bedeutung zurückgewinnen kann, möchte ich ausdrücklich zustimmen, Brumliks Analyse jedoch um einen Punkt ergänzen. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Afrikanische Moderne und die Möglichkeit(en), Mensch zu sein

Elísio Macamo

Gibt es eine afrikanische Form der Moderne? Ich möchte in diesem Beitrag die These vertreten, dass die Suche nach einer solchen Form bei der Erfahrung ansetzen muss, die Afrikaner mit der europäischen Moderne gemacht haben. Der Begriff der Moderne steht für eine Welterklärung, die ihre Wurzeln in einer bestimmten historischen Erzählung hat. Diese geht von einem tiefen Einschnitt in der historischen Erfahrung aus, der sich in der europäischen Renaissance ereignete und eine neue Zeit einläutete. Diese neue Zeit ging aus der Auseinandersetzung zwischen vernunftgeleiteten Individuen und ihrer Gegenwart hervor. Individuen bedienten sich der Wissenschaft, um die Natur zu beherrschen, und wandten sich einer aufgeklärten Philosophie zu, um die moralischen Werte ausfindig zu machen, die dem Bedürfnis nach Wohlstand und Fortschritt als Grundlage dienen könnten. Wissen wurde zu einer Mutprobe, die – wie Kant mit seinem Wahlspruch zur Aufklärung „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ verdeutlichte – die Individuen (selbst-)bewusst eingingen. Getrieben wurden sie von Erfahrungen der Industrialisierung, die, um es mit den prägnanten Worten des Kommunistischen Manifests zu sagen, alles Ständische und Stehende verdampfen ließ und alles Heilige entweihen würde. Diese europäischen Entwicklungen wurden als Maßstab betrachtet, mit dem die Entfernung gemessen werden könne, die andere Weltteile von Europa trenne. Weiterlesen

Pro und contra: Do We have a Right to Hate?

Pro: Monica R. Miller

Not any more (or less) than we have the ‘right’ to love. And, that’s just it. As long as the word ‘right’ continues to adjudicate the condition and possibility for the condition of ‘hate’ then the answer to such a “complex” question is forcefully resolved in a simple response: yes. From without which, talk of love would need no warrant, and would lack a descriptive and affective face. As to whether (or not) it is, or isn’t socially acceptable to hate, or human to hate, or normal to hate is a different kind of question. Finding ourselves in what many have referred to as a global crisis of confounding human discord and division, with rising tides of populist rhetoric of social divisions of many sorts, social hate of difference, and its attendant authoritarian, fascist, and totalitarian proclivities, such a topic as the proliferation of hate, its reality as a social problem, and its paradoxical legislative precariousness, is now more pressing than ever before. Who shall police the enduring crisis of hate – the state, church, family? If hate is an affective (e.g. emotional) state of being, then what we might ask, of the state legislating such ‘matters of the heart?’ While many of us might indeed applaud recent governmental efforts on ridding spaces such as ‘the internet of things’ of hate speech, we ultimately likewise face governmental overreach on freedom of speech, as well as the attempt to criminalize social beliefs and perspectives such as racism, homophobia, xenophobia, ableism, and the like. Weiterlesen

Schwerpunktbeitrag: Die „Sinnesvergessenheit“ und die Compassion. Versuch einer Weiterführung der Philosophie der Kyoto-Schule

Foto-Ohashi

Ryôsuke Ohashi

Dort (in der Leere) gibt es kein Auge, kein Ohr, keine Nase, keine Zunge, keinen Leib, kein Bewusstsein; es gibt keine Gestalten, keine Töne, keinen Duft, keinen Geschmack, keine Tastobjekte, keine Seiende“ (Herz-Sutra)

Der Leser wird am Anfang stutzen, da im Titel gleich zwei Wörter stehen, die als philosophische Termini fremd klingen. „Compassion“ wird in der Philosophiegeschichte kaum thematisch behandelt. Zwar entspricht das Wort, wenn man Sino-Japanische Schriftzeichen verwendet, der ersten Hälfte des mahayana-buddhistischen Begriffspaars „Karna (悲) – Prajna (智)“. „Prajna“ kann ohne große Probleme mit: „Weisheit“ oder „Vernunft“ übersetzt werden. Aber inwieweit „Karna“ dem christlichen Begriff „Compassion“ entspricht, ist schon eine Frage. Noch fremder mag das Wort „Sinnesvergessenheit“ klingen. Der Leser wird sich fragen, ob mit dem Wort „Sinn“ so etwas wie „Sinnbedeutung“ oder ein Erkenntnisorgan gemeint ist. Hier sind beide Bedeutungen gemeint. Aber was soll es heißen, dass dieser Sinn „vergessen“ wird? Der umsichtige Leser wird zwar ahnen, dass der aus dem „Herz-Sutra“ als der Quintessenz-Schrift des Mahayana-Buddhismus zitierte Motto-Satz diesen Sachverhalt exponiert. Aber das Zitat wäre an sich selbst unverständlich, wenn es als ein Satz gelesen wird, der logisch für die rationale Vernunft des philosophischen Denkens zugänglich sein soll.  Weiterlesen

InDebate: Cultural Backlash and the Sacrifice of Political Ethics, or: Behind Every Successful Right-Wing Populist Stands a Massively Surprised Liberal

Wankmüller Foto

Agnes Wankmüller

Wow, Merica. From a German Perspective, we didn’t expect Donald Trump becoming president would be possible at first. Though admittedly, friends of mine had been much more aware of the possibility of a right wing populist climbing the chair in the oval office. Not that populism would be something unheard of in Europe: there is Viktor Orbán in Hungary, the national-conservative PiS-party in Poland, the FPÖ in Austria, the Front National in France and the Brexit of the UK. Germans have their own share of right-wing populists, movements (Pegida) and parties (AfD), that cropped up in 2013/2014 and regained influence after Germany welcomed a large number of people who fled from the war in Syria in 2015. Now Trump has imposed an entry ban on citizens of mainly muslim countries without consulting his government and seeking legal expertise, throwing any hope for respectable governing down the drain.[1]

To some it seems that there is hope for Merkel to become one potential counterpoint to rising nationalist and populist movements in the western world[2], with her seeking another term in office. So let us hope she counterbalances the heck out of Trump. Since predictability is out of the window now and powerful state leaders are considerably harder to ship responsibly at the international level with Trump in the pool, we wonder what consequences await us within the coming years of presidential bliss. But before we think about the future, it is necessary to ask why the rise of blunt populism has become possible again.

In the last months of 2016, a lot of thought was dedicated to find possible answers to this question. Some were favoring the explanation of economical insecurities and decline as well as the fear of globalization being the cause of the drastic rise in right-wing populism all over the Western World[3], while others were pointing out it being an older phenomenon dating back before the crisis of 2007. There indeed is a study[4] that strongly indicates that support for the right can be explained as an action of cultural backlash, although economic issues play a role as well. Since the 1960s, there has been a cultural shift that put a rising emphasis on issues of environmental protection, increased acceptance of gender and racial equality as well as equal rights for the LGBTQ community with social movements fighting for tolerance for different genders, religions, cultures, races, sexual orientations and advocating for borders open to immigration. The study suggests that mostly less educated and older citizens, especially white men, who once were the culturally privileged majority, are those who now feel marginalized by the shift towards progressive values and the reframing of traditional values as ‘politically incorrect’.

This corresponds with Judith Butler’s remarks on Trump’s success in the presidential election: since the anger against cultural elites is taking the form of anger against feminism, diversity and civil rights movements, which appear as „superego“ constraints wearing down on racist and misogynist attitudes, Trump releases the hatred against the public discourse of social movements by giving a voice to a well-established misogyny and racism. He did so by showing an arrogant indifference to the constitution and his „living above the law“ excited a lot of voters by communicating a self-delegated sense of power. [5]

But there is something else that is worrying about the US-American “Trumpisms” and the post-truth-politics approach which touches upon the way one talks about and to the “other side” as well as the version of ethics one implements in political communication and performance. I am talking about the political relevance of blurring the line between Trolling (poking fun of people online) and plain old harassment: while the former can be a useful transgression of social norms, the latter does not do much more but contribute to a culture of hatred. In forums like reddit or 4chan, which are sites where a lot of sexist and racist propaganda is circulating, the troll-dynamics can have a collective relevance when offended users mobilize acknowledgment and thusly act like a multiplication tool.[6] On the German side, right-wing populists tend to legitimize their lapses in language with the rhetoric of  “das wird man ja wohl noch sagen dürfen” (roughly translated: “it’s my freedom of speech”). This follows the logic of harassment on the internet, which is: ‚if you have a problem, it’s on you and so you should log off‘. Needless to say, this easily pollutes the space for everyone else.

Just another problem is that populists use the notion of truth and revolutionary critique for their own propaganda against the establishment of more progressive social norms. Members of Pegida and AfD tended to adjucate diverting opinions about how to handle the refugee crisis to be naive and stupid. In their point of view, those people were clearly manipulated and indoctrinated by the mainstream-media and just needed to educate themselves by using the “right” channels.[7]

Weirdly enough, Emmerett Rensin describes a comparable phenomenon in case of the US-American liberal, urban middle-classes, who developed “Smug style” as a psychological reaction to certain groups perceived as uneducated or unethical. Rensin claims that this has resulted in a specific culture and pose of superiority, with Smug culture tending to interpret the existence of conservative or neo-right positions as incapability of the conservative rural population to, in their own interest, see the light of the liberal position. [8] Rensin’s Smugsters tend to quickly take on the fight for recognition of oppressed and marginalized groups and their forms of resistance, transmuting it into a formatted area of academic knowledge by which the membership of and the exclusion from their own group can be organized. Taken to an extreme, smugsplaining PC-knowledge and showing off awareness for social problems can become more important than working and fighting for their solution.

So while the sin of political and cultural elites have been to be out of touch with their “underclasses”, thusly staying blind to some of their struggles and values, the sin of the populists, who fail to sense the margins of their own value system as well, is yet of quite another gravity: they use the distinction of “us versus them” in a political debate in order to deny equal rights to women, transgender people, ethnic groups and others. So the question here is: who is allowed to excert power over themselves and their own lives and who is not. To put it another way, right-wing populists do not try to establish a pluralist society in which they can express their minds freely and in which we can coexist with sort of equal power. They instead seek a radical and authoritarian restriction of power to a small group of very specific identities, and they do so while utilizing a deep sense of marginalization in the respective part of the population, yet claiming to speak for the people.

So it is important, especially in regard to populism, to strengthen an ideal of politics that calls for the rooting of political communication in personal integrity and ethics (without forgetting that the reality of political process is power). Because working towards achievable and feasible compromises in political process can happen only insofar as the involved parties refrain from massaging their own collective ego. Instead of using notions of critical thought for anti-pluralist politics and abusing critical knowledge and instruments like PC as a vanity project that expresses intellectual superiority, we need to recognize the privilege and responsibility that come with the participation in political conversation. If we don’t, we exacerbate existing political struggles because our focus on political process permits us to avoid all constructive disputes. If we can’t, we will also run the risk to sacrifice genuine social critique to the safeguarding of convenient structures of privilege.

[1] Thorsten Schröder für die ZEIT (30.01.2017): „Trumps Grenzen“; URL: https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/donald-trump-einreisestopp-weisses-haus-dekret-bundesrichter-niederlage-regierung (31.01.2017).
[2] Anthony Faiola and Stephanie Kirchner for the Washington Post (2016): “Merkel announces reelection bid in ‘insecure times’”; URL: https://www.washingtonpost.com/world/europe/merkel-announces-re-election-bid-in-insecure-times/2016/11/20/13294dbc-ad97-11e6-8f19-21a1c65d2043_story.html (31.12.2016).
[3] Crit. Philip Plickert for Frankfurter Allgemeine Zeitung (16.12.2016): „Wer ist schuld am Erfolg des Rechtspopulismus?“;  URL: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wer-ist-schuld-am-erfolg-des-rechtspopulismus-14569738.html (29.12.2016).)
[4] Ronald F. Inglehart/ Pippa Norris (August 2016): „Trump, Brexit, and the Rise of Populism: Economic Have-Nots and Cultural Backlash”; under: https://research.hks.harvard.edu/publications/workingpapers/Index.aspx (31.01.2017).
[5] Salmon, Christian (December 2016): Trump, fascism, and the construction of „the people“: An interview with Judith Butler; URL: https://www.versobooks.com/blogs/3025-trump-fascism-and-the-construction-of-the-people-an-interview-with-judith-butler (31.12.2016).
[6] Max Wallenhorst for Frankfurter Allgemeine Zeitung (28.11.2016): „Rechte Rhetorik im Netz. Der sich selbst erhaltende Hass“; URL: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rechte-rhetorik-im-netz-der-sich-selbst-erhaltende-hass-14546757.html (29.12.2016).
[7] Shown in the study by Lars Geiges, Stine Marg und Franz Walter: „PEGIDA – Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft?; Bielefeld 2015; 104/126f; 122.
[8] Emmerett Rensin  for Vox (21.04.2016): The smug style in American liberalism; URL: https://www.vox.com/2016/4/21/11451378/smug-american-liberalism (31.01.2017).

© Agnes Wankmüller

Agnes Wankmüller ist Wiss. Hilfskraft am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.